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„Niemand wird gezwungen, dorthin zu gehen“

Hamburg/Rostock „Niemand wird gezwungen, dorthin zu gehen“

Til Schweiger polarisiert: Leser diskutieren über 4,20 Euro teures Leitungswasser

Hamburg/Rostock. Ein Liter Leitungswasser für 4,20 Euro: Für Neu-Gastronom Til Schweiger kein Ärgernis, vielmehr gehe der Preis in Ordnung, wie der 53-Jährige betont.

Veredelt sei das erfrischende Nass, mit Kohlensäure angereichert und ein Beitrag für die Umwelt. Schweiger verkauft das Wasser in seinem im November letzten Jahres in der Hamburger Altstadt eröffneten Restaurant „Barefood Deli“. Gastronomen aus MV halten den Preis für überzogen. Das erste Glas ist bei den meisten Anbietern hier kostenlos. Bernd Fischer vom Tourismusverband sagt: „In unserem Land ist der Preis nicht vorstellbar.“ Die Kommentare der OZ-Leser auf Facebook reichen von Verständnis bis Kopfschütteln.

Gerhard Werner Schlicke ist der Ansicht: „Ein Glas gratis für die Einnahme von Medikamenten ist als Service des Hauses anzusehen“, ein Recht darauf gebe es nicht. Schließlich sei auch ein Restaurant ein Wirtschaftsunternehmen, das ergebnisorientiert arbeiten müsse. Schlicke fordert aber „Fingerspitzengefühl“. In ihrem Stammlokal, erzählt Anja Feldhege , müsse man für den Liter Leitungswasser 4,50 Euro bezahlen – in einer Kleinstadt. „Der Restaurantbetreiber muss das Wasser auch bezahlen. Also, wo ist das Problem?“

Besonders leiden könne Martin Schindler Til Schweiger nicht, dennoch betont er: „Kein Gastronom hat etwas zu verschenken.“ Maria Albrecht : „In Stralsund haben wir für einen Liter in der Vergangenheit sechs Euro bezahlt. Aber man geht ja nicht jeden Tag in einem Restaurant essen.“ Auch Uwe Koob kann die Aufregung nicht verstehen. „Niemand wird gezwungen, dorthin zu gehen. Er wird schon wissen, ob der Preis funktioniert oder nicht.“ Steven Baer : „Wenn man für den Toiletten-Gang schon zahlen muss, warum sollte man dann das Wasser umsonst bekommen?“ Und Maria Löcken-Hierl argumentiert mit Personalkosten. „Das Wasser muss gebracht und das Glas auch wieder abgeholt und gespült werden. Das kostet nun mal.“ Anette Wilk bemüht die Mathematik. „Man rechne sich den Preis von Sprudel hoch. Die Flasche Mineralwasser (1 Liter) kostet mit Pfand ein Euro. Das Glas Wasser (200 ml) kostet zwei Euro. Mit fünf multipliziert, ergeben sich zehn Euro, die als Einnahmen für diesen einen Liter Wasser reinkommen. Und ihr regt euch auf, dass Wasser aus der Leitung – aufbereitet und frisch – Geld kostet.“ Und weiter: „Wer in einem Nobelrestaurant essen geht, zahlt für sein Getränk entsprechende Preise.“

Ernst Foto übt Kritik. „Ich war auf allen Kontinenten unterwegs, auch in Ländern, die ärmer sind als unser Land. Wenn ein Gast in eine Lokalität einkehrt, bekommt er eine Karaffe Wasser. Gratis.“ Simone Knoop ergänzt: „Nach dem Preis zu urteilen, muss das Wasser aus goldenen Hähnen kommen.“ Jürgen Ebel ist überzeugt: „Das ist Abzocke.“

Und Greta Held vermerkt: „Der Til möchte halt so viel Geld verdienen wie möglich.“ Wolfgang Degenhardt ist erbost. „Dem sollte die Lizenz entzogen werden. Da will er Flüchtlingen helfen und ein Heim finanzieren, und andererseits will er normales Trinkwasser teuer verkaufen. Skrupellos.“ Rolf Rolfsen meint: „Sein Tun und Handeln ist schon seit Jahren sehr zweifelhafter Natur.“

Juliane Lange

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