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„Nötig sind Investitionen in Qualität und Infrastruktur“

Schwerin „Nötig sind Investitionen in Qualität und Infrastruktur“

MV verliert im Tourismus Marktanteile / Leser debattieren über Ursachen

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Die Strandkörbe kommen ins Winterquartier: Erstmals seit Jahren musste der Tourismus in MV in diesem Sommer einen Rückgang verschmerzen. Experten fordern dringende Investitionen in die Qualität der Angebote.

Quelle: Foto: Wüstneck/dpa

Schwerin. Nach dem Jubel kommt der Dämpfer: Die erfolgsverwöhnte Tourismusbranche in MV muss in diesem Jahr erstmals seit langer Zeit einen Rückgang verkraften. Von Januar bis August wurden 1,5 Prozent weniger Übernachtungen gezählt als im Vorjahreszeitraum. Experten sehen in den Zahlen Frühwarnsignale und empfehlen, in den Tourismus im Land zu investieren und so die Qualität zu steigern. Denn: Die Gäste sind woanders zufriedener. MV ist seit 2012 von Platz eins auf Platz fünf abgerutscht. Facebook-Nutzer sehen vielerlei Gründe für das Minus.

Benedikt Liesegang vermutet, es könne an der zunehmenden Beliebigkeit des Landes liegen. „Rummel, Tourikram und zubetonierte Küstenorte haben die Westdeutschen in kürzerer Entfernung.“ Die Ostseeküste werde syltisiert, so der Leser. „Da kann man auch gleich in Schleswig-Holstein bleiben. Wer alte Fehler wiederholt, braucht sich nicht über die Ergebnisse wundern.“

Ralf Pete sieht einen anderen Zusammenhang. „Jetzt tritt ein, was prophezeit wurde. Die Urlauber bleiben aus, weil hierzulande zu häufig die AfD gewählt wurde.“

Mike Bach glaubt, es ist der Stress, der für den Rückgang sorgt. „Es fängt schon bei der Anfahrt und den kilometerlangen Staus an.“ Sein Vorschlag: „Investitionen in die Infrastruktur wie Bus- und Bahnverbindungen.“ Matthias Bartel fügt hinzu: Das komme dabei raus, wenn man es mit dem Tourismus übertreibt.

Auch Lars Petersen , Bürgermeister von Heringsdorf, schaltet sich in die Debatte ein. Es sei „eine Farce, auf die Zahlen vom Statistischen Landesamt zu vertrauen“. Jene Datenerfassung beginne bei Beherbungsbetrieben ab zehn Betten, allerdings nur, wenn diese eine Meldung machten. Vermietungsagenturen würden gänzlich ausgeklammert. Die Formel von Olav Paarmann lautet schlicht: „Wenn es schlecht läuft, war es das Wetter, wenn es gut läuft, der Tourismusverband.“ Petra Samland meint, „Masse statt Klasse bringt halt auf Dauer nichts.“ Für Paul Seemann waren es die „Schlagerveranstaltungen, die die Gäste vergrault haben“, für Katrin Pagel die „Windräder“. Sollte die Natur weiterhin zugepflastert werden, werden noch weniger kommen, glaubt Pagel. Axel Symann hält es wiederum für denkbar, dass noch mehr Urlauber ausbleiben werden, wenn der Angeltourismus aufgrund der jüngsten Beschränkungen einbricht.

Ralf Wiepcke richtet seinen Blick auf das Nachbarland Polen. Dort sei es bei weitem billiger und genauso schön. Karsten Diedrich schlägt vor, dass der Ostdeutsche Sparkassenverband, der für den hiesigen Tourismus eine Qualitätsoffensive fordert, „einfach mal das tun sollte, wozu er da ist – Kredite für Investitionen ausreichen, egal, ob im Tourismus oder in anderen Branchen.“

Juliane Lange

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