Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Nur ein Tropfen

Das Wohngeld steigt, aber die Mietbelastung bleibt weiter hoch. Nur ein Tropfen

Die Mieten in den Städten sind in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Nur eins blieb seit 2009 konstant: das Wohngeld.

Voriger Artikel
Nicht wegsehen!
Nächster Artikel
Auf rechtem Auge blind

Von Arnold Petersen

Die Mieten in den Städten sind in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Nur eins blieb seit 2009 konstant: das Wohngeld. Faktisch wurde es 2011 durch den Wegfall der so genannten Heizkostenkomponente sogar noch gekürzt. Nun soll es Anfang 2016 endlich mehr Geld für einkommensschwache Haushalte geben. Eine gute Nachricht, die angesichts der Mietpreisentwicklung überfällig ist.

Eigentlich sollte es schon zum 1. Juli so weit sein. Das war die ursprüngliche Planung der Großen Koalition. Dann wurde die Erhöhung kurzerhand um sechs Monate verschoben — nichts sollte offenbar die „schwarze Null“ im Haushalt 2015 gefährden. Die Anpassung des Wohngeldes wurde zur Manövriermasse. Angesichts der mancherorts geradezu explodierten Mieten ein recht lässiger Umgang mit den Nöten vieler Menschen. Dass die Heizkostenkomponente nicht zurückkommt, ist angesichts der rapide gefallenen Ölpreise akzeptabel — jedenfalls im Moment. Die Preise können sich aber schnell wieder drehen.

Da kann man nur hoffen, dass dann nicht erneut sieben Jahre bis zu einer Korrektur ins Land gehen.

Mit Wohngeld allein ist die Mietbelastung in den Städten jedoch nicht zu lindern. Es müssen vor allem mehr bezahlbare Wohnungen entstehen. Da sind nicht nur die Kommunen gefragt, die das Bauland ausweisen. Auch Bund und Länder haben ihren Beitrag zu leisten. Der Wohnungsbau muss günstiger werden. Bezahlbares Bauen ist die Voraussetzung für bezahlbares Wohnen, das hat auch Bundesbauministerin Barbara Hendricks erkannt. Sie will deshalb Normen, Gesetze und Baurecht durchforsten lassen. Das ist bitter nötig. Denn zuletzt hat die Politik das Bauen immer teurer gemacht, ob durch schärfere Energiesparauflagen oder höhere Grundsteuern.

Die ultraniedrigen Zinsen haben zwar die Bautätigkeit kräftig angekurbelt. Aber das Geld fließt vor allem in hochpreisige Luxus- und Eigentumswohnungen. Wohnen darf aber nicht für die breite Bevölkerung zum Luxusgut werden. Gegen diesen bedenklichen Trend ist die Erhöhung des Wohngeldes nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.

 

 



OZ

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kommentar
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Umfrage, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Umfragen" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Umfragen“ 2015-09-23 de MEINUNG Aktuelle Umfrage Ihre Meinung zählt: Geben Sie ein Votum ab zu aktuellen Themen aus Politik, Wirt- schaft und anderen Gebieten. Alle Umfragen auf einen Blick finden Sie hier.