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OZ-Leser diskutieren über Bestrafung des U-Bahn-Treters

Rostock/Berlin OZ-Leser diskutieren über Bestrafung des U-Bahn-Treters

Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung oder versuchten Mordes möglich

Rostock/Berlin. Zwei Tage nach der Festnahme des mutmaßlichen U-Bahn-Treters von Berlin ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft weiter zu Einzelheiten des Falls. Dabei geht es auch um die Frage, ob der Vorwurf gegen den verhafteten Verdächtigen weiterhin auf „gefährliche Körperverletzung“ lautet oder möglicherweise auf „versuchter Totschlag“. Auf der Facebook-Seite der OSTSEE-ZEITUNG gibt es zu der Gewalttat eine rege Diskussion.

So findet es Chris O Mad beschämend, dass die drei Begleiter des Täters zugeschaut haben und einfach weitergegangen sind. „Unterlassene Hilfe ist genauso hart zu ahnden wie der Tritt“, meint der Facebook-Nutzer. Er hoffe, dass der Täter das Gesetz in voller Härte zu spüren bekommt. Die getretene Frau hätte sich das Genick brechen können. Für ihn liege ganz klar der Versuch der Tötung vor. Renita Beyer hofft, dass die Festnahme des Täters dem Opfer auf dem Weg der Besserung helfen werde. „Hoffentlich schreckt das alle Idioten von solch weiteren Taten ab“, meint sie. Bernd Burwitz hat dazu einen Wunsch: „Hoffentlich fällt er mal die Treppe runter.“ Yvette Pommerenke sieht das noch drastischer:

„Das Opfer soll den die Treppe runtertreten“, meint sie. Ist der U-Bahn-Treppen-Treter wirklich noch in Haft?, fragt sich Toralf Kretzmer . Der Mann sei bestimmt wieder auf freiem Fuß, denkt er sich. Auch Hartmut Døbbert findet die Verhaftung des Gewalttäters gut. „Und was wird passieren? Hatte ne schwere Kindheit. Und kommt mit einem So-etwas-macht-man-nicht, wenn es gefilmt wird, davon.“ Das sieht Gisela Groß ebenso: „Der lacht sich tot, dem passiert doch nichts.“

Wie seine Gewalttat bewertet wird, ist zurzeit noch unklar. „Ob die Tat als gefährliche Körperverletzung oder als versuchter Totschlag oder Mord angeklagt wird, hängt juristisch davon ab, ob der Beschuldigte mit Tötungsvorsatz handelte, also kurz gesagt, töten wollte“, erklärt Professor Stefan Harrendorf, Inhaber des Lehrstuhls für Kriminologie und Strafrecht an der Universität Greifswald. Dafür genüge rechtlich bereits ein sogenannter Eventualvorsatz, der nach der Rechtsprechung vorliege, wenn der Täter die Möglichkeit erkennt, dass jemand aufgrund seines Handelns sterben könnte, und den Tod „billigend in Kauf nimmt“, das heißt, sich damit, um sein Ziel zu erreichen, abfindet. Jemanden die Treppe herabzutreten ist wegen der damit verbundenen Risiken sicher eine Handlung, bei der ein solcher Eventualvorsatz naheliegt. „Falls der Verdächtige Tötungsvorsatz gehabt hätte, käme zudem versuchter Mord, nicht nur Totschlag in Frage, weil die Tat, so wie es aussieht, heimtückisch begangen wurde“, sagt Harrendorf. Dieser Fall in Berlin sei definitiv ein spektakulärer Einzelfall.

Facebook-Nutzer Larry Konsequente meint zur Ahndung: „Wie wäre es mit dem Gesetz: gleiches Leid für alle?“ Der Fairness halber sollte man ihm doch auch mal in den Rücken treten.

„Mal sehen, wie toll er das danach findet, wenn man dann noch höhnisch die Nase hebt und meint, wie cool man doch sei.“ Für Bianka Bor

Bernhard Schmidtbauer

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