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Olympia-Aus für ARD und ZDF: Leser erhoffen Beitragssenkung

Olympia-Aus für ARD und ZDF: Leser erhoffen Beitragssenkung

Geld spielt bei Sportwettkämpfen eine immer größere Rolle

Rostock. Die TV-Sender ARD und ZDF werden nicht von den Olympischen Spielen 2018 bis 2024 berichten können. Das US-Unternehmen Discovery und die öffentlich-rechtlichen Sender konnten sich nicht auf den Verkauf von Sub-Lizenzen einigen. In Deutschland gibt es die Live-Bilder von den Spielen dann bei Eurosport und DMAX. ARD und ZDF sollen für die Sub-Lizenzen der Winterspiele 2018 in Pyeongchang (Südkorea) und der Sommerspiele 2020 in der japanischen Hauptstadt Tokio maximal 100 Millionen Euro geboten haben. Discovery dagegen soll schätzungsweise 150 Millionen Euro verlangen. Leser der OSTSEE-ZEITUNG äußern sich zu dieser Entscheidung in Briefen sowie auf der Facebook-Seite der OZ.

„Nun ist es also entschieden, keine Olympischen Spiele in ARD und ZDF“, schreibt Hartmut Röthemeier . Und weiter: „Das kann uns Gebührenzahlern nur zugutekommen, da jetzt immense Summen nicht ausgegeben werden können.“ Endlich habe die Verschwendung der Gebühren ein Ende, bisher musste ja jeder Sender seine eigenen Mitarbeiter vor Ort haben. Mit der neuen Regelung sei die schon angekündigte Gebührenerhöhung für die kommenden Jahre wohl vom Tisch, hofft der Leser. So ähnlich sieht das auch Martin Gruel : „Oh, das hört sich doch gut an, da ist ja viel Geld übrig und da könnte ja der Beitrag gesenkt werden.“ Aber eigentlich bräuchten die Sender das Geld doch für die hohen Gehälter der Sportspezialisten, die als Co-Kommentatoren arbeiten.

„Lächerlich, einfach nur noch lächerlich“, findet Thomas Blume die verpasste Olympia-Berichterstattung von ARD und ZDF. „Wozu zahlen wir für dieses Gebilde, das sich öffentlich-rechtlicher Rundfunk nennt?“, fragt er sich. Für Thomas Lange liegt der Fehler im System. „Wer sinnlos Geld in zu viele Tatortkrimis pumpt, welche niemand braucht, darf sich nicht wundern, wenn am Ende das bei rauskommt. Danke ARD und ZDF.“

Angesichts des Olympia-Ausscheidens der öffentlichen-rechtlichen Sender hat Andreas Michelmann , Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB), vehement ein Umdenken bei der Rechtevergabe gefordert. „Es muss eine Umkehr stattfinden“, erklärt Michelmann. „Wir müssen im gesamten Sport Obacht geben, dass Geld bei den Entscheidungen nicht so eine große Rolle spielt, damit nicht der gesamte Sport Schaden nimmt.“

Dort sieht Uta Krause den wahren Schuldigen für diese Misere: „Ich finde es unverschämt, wie die Rechte-Inhaber der Olympischen Spiele die Preise für eine Übertragung so in die Höhe treiben.“ Guido Wartenberg meint kurz und knapp: „Geht alles nur noch um Kohle!“ Olaf Werning sieht dabei noch eine andere Seite: Der ZDF-Intendant spreche von einer Schmerzgrenze, wenn er die Olympischen Spiele nicht präsentieren kann. „Wer denkt an unsere Schmerzgrenze bei den Gebühren? Ich schaue diese Sender nur beim Sport.“ Sie sollten mal an die Gehälter gehen und die der Co- Kommentatoren. Ingo Mueller sagt dazu: „Schade eigentlich, allerdings kann ich es nachvollziehen, dass man bei diesem Wettbieten nicht bis zum Ende mitmacht.“ Wenn Nischensender, wie Eurosport und DMAX, die Spiele übertragen, werde wohl zukünftig das große Interesse daran schwinden. Torsten Paschke dagegen begrüßt die Entscheidung: „Das ist auch gut so! Die Kommentatoren von Eurosport haben eh mehr Fachwissen.“ Auch Andre Bauer stimmt zu: „Endlich ist diese Selbstbeweihräucherung von ARD und ZDF vorbei und es geht um den Sport.“

Dass ARD und ZDF nun keine 100 Millionen Euro für Olympia ausgeben, macht Jens Lindemann und etliche andere Leser hoffnungsfroh: „Na, dann kann der Beitrag ja gesenkt werden.“ Das habe Erwin Sellering, Ministerpräsident von MV, doch vor kurzem versprochen. Steffen John meint sogar, dass der Beitrag abgeschafft werden könne. Frank Möbius

fragt sich: „Was passiert mit der Nichtausgabe der etwa 100 Millionen Euro?“ Das würde auch Maik Seidel gerne wissen.

Indes kündigen ARD und ZDF an, über die nächsten Paralympics zu berichten. „Das ZDF hat zusammen mit der ARD ein klares Bekenntnis zur Fortsetzung der Berichterstattung von den Paralympics gegeben“, sagt ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz . Die Rechte würden derzeit über die Europäische Rundfunkunion (EBU) verhandelt. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky erklärt dazu: „Dort haben wir ein Angebot abgegeben. Wir sind zuversichtlich, dass wir die Rechte, die ja nicht beim IOC liegen, auch bekommen.“

Bernhard Schmidtbauer

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