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Rostock droht kleinen Nachbarn: Wer wachsen will, muss zahlen

Rostock droht kleinen Nachbarn: Wer wachsen will, muss zahlen

OZ-Leserbeirat: Politik der Hansestadt darf nicht auf Kosten des Umlands gehen

Ganz Mecklenburg-Vorpommern schaut interessiert auf den großen Rostocker Nachbarschaftszank: Die Hansestadt liegt im Streit mit 17 Gemeinden im Umland. Darunter befinden sich beispielsweise Nienhagen, Kritzmow, Stäbelow, Papendorf, Dummerstorf, Roggentin, Broderstorf, Bentwisch, Mönchhagen, Rövershagen sowie Poppendorf. Hintergrund der Auseinandersetzung: Die 17 Umlandgemeinden dürfen ohne Zustimmung Rostocks maximal um drei Prozent wachsen. Etliche Orte planen aber größer. Sie wollen sich in viel stärkerem Maße erweitern. Das wiederum passt Rostock so nicht in den Kram.

Die jüngste Meldung, die viel über die Beziehung zwischen der Stadt Rostock und ihrem Umland aussagt, bezog sich auf einen Vorschlag von Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (UFR), der vorsieht, die Gemeinde Papendorf in die Rostocker Wohnungsbaupläne einzubinden. Da heißt es auch, das Rathaus blockiere neue Bau- und Gewerbegebiete in den Gemeinden. Und die Nachbarn sollen nur wachsen dürfen, wenn sie dafür Geld an die Hansestadt zahlen. Darüber kann man gewiss nachdenken. Doch gleich wird der Gedanke mit dem Ansinnen verbunden, die daraus resultierenden Steuereinnahmen aus der Gemeinde abzuschöpfen. Der großen Hansestadt Rostock schwebt demnach ebenso vor, dass die kleinen Randgemeinden und der Landkreis die Stadt mitfinanzieren sollen – weil der Theaterneubau und andere städtische Institutionen auch von Bürgern aus den Nachbargemeinden besucht werden. Ich wünsche mir, dass sich die von den Bürgern gewählten Politiker zunächst für die Interessen der Bürger in ihrem Verantwortungsbereich einsetzen. Solche Forderungen sind entschieden zurückzuweisen. Sonst könnten wir uns das kommunale Wählen sparen und alles würde zentral aus Schwerin entschieden. Wenn Papendorf keinen Nutzen darin sieht, soll man Papendorf in Ruhe lassen. Die Bürger im Landkreis haben keinerlei Einfluss darauf, wofür Rostock Steuergeld ausgegeben wird..

Ich finde es lobenswert, dass die Rostocker Stadtverwaltung am Schuldenabbau arbeitet. Schulden machen unfrei! Das kennt man auch privat. Dieser Zustand ist bei Städten, Gemeinden oder Landkreisen nicht anders. Die Antwort aber auf die Frage, ob man sich ein teures Theater in Rostock leisten kann und will, kann ja nicht auf Kosten der Steuerbürger aus dem Landkreis gehen. Im Rostocker Umland gibt es in Güstrow ein kostengünstiges Bespieltheater – mehr ist offenbar nicht drin. Und das muss auch gar nicht schlecht sein. Da ist es nicht einzusehen, dass der Landkreis den Neubau und Betrieb des Rostocker Theaters mitfinanziert.

Es gibt im Landkreis zahlreiche Aufgaben, die es zu lösen gilt. Und: Es gibt auch Schulden. Ich setze mich sehr für eine gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Umland ein – auf Augenhöhe. Zum Nutzen aller Bürger, wie etwa beim Flughafen Rostock-Laage und wo immer es Sinn macht. Konfrontation ist keine Alternative.

OZ

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