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Strandvergnügen an der Ostsee gibt es nicht zum Nulltarif

Boltenhagen/Sassnitz Strandvergnügen an der Ostsee gibt es nicht zum Nulltarif

OZ-Leser sind verärgert: Ab 1. Mai wird auch in Lubmin Kurtaxe fällig

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Der Strand von Lubmin: Für die Hauptsaison von Mai bis September plant das Seebad eine Kurabgabe für Tagesgäste.

Quelle: Foto: Sven Jeske

Boltenhagen/Sassnitz. Strandreinigung, Kinderspielplätze, Wasserwacht – das Strandvergnügen an der Ostsee gibt es nicht umsonst. Viele Urlauber schätzen die Sicherheit und Sauberkeit. Für andere ist sie ein Ärgernis – die Kurtaxe. Über deren Höhe entscheidet die Gemeinde. Die Folge: Zwischen Boltenhagen, Ahrenshoop und Usedom ändern sich alle paar Kilometer Saisonzeiten und die Höhe der Kurtaxe. Sellin auf der Insel Rügen ist mit 2,80 Euro in der Hauptsaison derzeit Spitzenreiter. In Glowe zahlen Gäste 1,00 Euro und in Boltenhagen 2,10 Euro. Das Seebad Lubmin plant ebenfalls eine Abgabe für Tagesgäste: 1,70 Euro soll künftig bezahlen, wer zum Baden an den Strand möchte. OZ-Leser diskutieren auf Facebook.

Jette Ziegler meint: „Man könnte die Abgabe weglassen, da Urlauber und Tagesgäste sowieso für Umsatz sorgen. Man kann aber auch Geld verlangen, für etwas, was niemandem gehört.“ Markus Schmid notiert empört: Die deutschen Strände seien Allgemeingut und jene Abzocke ungeheuerlich. Und weiter: Diese Geldschneiderei spotte jeder Beschreibung.

Peggy Voß überlegt gar, ihre Freizeit nun an einem anderen Strand zu verbringen. „Damit ist Lubmin für mich nicht mehr reizvoll. Für das Geld kann ich paar Kilometer weiterfahren und bin am Meer, nicht am Bodden. Schade, dass die Anwohner nichts mehr von ihrer Region haben sollen.“

Auch Marikka Kurzenberg hat die Anwohner im Blick: „Bei den Urlaubern ist die Abgabe im Preis enthalten. Ich finde es aber beschämend, dass man die Einheimischen zur Kasse bittet.

Will man auf diese Weise den Strand für Urlauber freihalten?“ Olaf Blank bilanziert: Dies bedeute für Einheimische, die jeden Tag ihre Runde schwimmen gehen, eine Mehrbelastung von rund 51 Euro im Monat. Ein Hartz-IVEmpfänger müsse sich dann gut überlegen, ob das noch drin sei.

Arndt Czepluch empfindet ein Ungleichgewicht bei der zu leistenden Abgabe und dem Angebot der Gemeinden. „Wenn aus dem Geld etwas vernünftiges gemacht würde, wäre es in Ordnung. Doch wenn man für einen Naturstrand, der nicht gepflegt wird, Geld verlangt, ist das ungerechtfertigt.“ Thomtek Bels gibt zu, dass er sich durch die Kurtaxe auf seiner Heimatinsel Rügen nicht abschrecken lässt. „Ich werde mich dadurch nicht in meiner Freiheit einschränken lassen. Den Eintreiber der Kurtaxe werde ich ignorieren, auch wenn es unhöflich von mir ist.

Aber die Gegenseite verhält sich in gleicher Weise.“ Und außerdem: „Die Gemeinden mit dem Status Urlauberhochburg sind nicht gerade arm. Die Kassen klingeln. Da sollte die Nutzung des Strandes kostenfrei möglich sein.“ Und Anke Jelken fragt: „Wann kommt die Waldgebühr oder die Wiesen-Maut für alle anderen Naturliebhaber?“

Juliane Lange

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