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Tödliche Faszination Steilküste: „Viele unterschätzen die Gefahr“

Sassnitz Tödliche Faszination Steilküste: „Viele unterschätzen die Gefahr“

Nach dem Absturz einer Frau auf Rügen wird über Absperrungen diskutiert

Sassnitz. Wahrscheinlich wurde ihr die Suche nach einem Fotomotiv zum Verhängnis. Am Samstagnachmittag ist eine 20-jährige Touristin aus Hamburg von einem Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund auf Rügen 60 Meter in den Tod gestürzt. Offenbar trat die junge Frau beim Fotografieren zu nah an eine Felskante und verlor den Halt. Rettungskräfte fanden später eine Kamera neben der Verunglückten. Wie die Polizei mitteilte, gebe es im Park selbst zahlreiche Hinweisschilder, die auf die Gefahr aufmerksam machen und die Besucher vor dem Verlassen der ausgewiesenen Wanderwege warnen. Absperrvorrichtungen allerdings seien an der Absturzstelle nicht vorhanden. Viele Facebook-Nutzer sind über das Unglück bestürzt, bekunden ihr Beileid und fordern nun mehr Sicherheitsmaßnahmen.

„Dass so etwas passieren konnte, wundert mich nicht“, schreibt Brigitte Lehnert . „Da oben ist alles frei zugänglich. Daher wäre es ratsam, sämtliche Gefahrenstellen abzugrenzen.

Denn auch wenn Schilder stehen, gibt es Kinder, die diese nicht lesen können. Und wenn schon Erwachsene die Gefahr unterschätzen, wie leicht kann das Kindern passieren. Mein Beileid den Angehörigen.“

Thomas Balder gibt zu bedenken: „Ich habe dort mehrere Jahre gearbeitet. Zäune und Absperrung werden von 90 Prozent der Besucher als lästig angesehen. Viele meinen, die gelten nicht für sie. Die Schilder im Park weisen etwa auf die Gefahr von Unterspülungen und überhängenden Abbruchkanten hin.“ Und doch sei täglich zu beobachten, dass „Wanderer mit den Zehenspitzen bis an die Kliffkante herangehen“. Die Natur in der Konsequenz überall einzäunen zu wollen, hält Petra Samland für „Quatsch“. Schließlich seien die Alpen auch nicht abgesperrt.

Birgit Moser fordert: „Der Bereich sollte komplett als Naturschutzgebiet eingestuft werden.“ Das schütze Mensch und Natur. Stephan Motzek notiert: „Ganz ehrlich, die Menschen verstehen oft nicht, dass die Steilküste, so schön sie ist, kein Vergnügungspark ist, sondern Natur, und die ist nun mal nicht ungefährlich.“

Maria Hänel war in der Nähe, als das Unglück geschah. „Ich habe den Hubschrauber fliegen sehen und sofort damit gerechnet, dass wieder etwas passiert ist. Sehr tragisch.“

Heike Labori kennt die Absturzstelle. „Das ist so unfassbar traurig. Aber ich weiß, dass es dort Absperrungen gibt.“ Elke Scheler bekundet ihr Mitgefühl. „Ich gehe nie zu nah an Steilküsten heran, egal wo. Schon als Kind hatte ich ungeheure Angst davor. Die arme Frau. Sie war doch noch so jung.“ Monika Knoll : „Schrecklich“.

Peter Klose : „Mein aufrichtiges Beileid“. Sebastian Nikolajczyk zeigt einen traurigen Smiley mit Tränen in den Augen.

Juliane Lange

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