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Treibjagden: brutale Tötung oder notwendige Hege?

Treibjagden: brutale Tötung oder notwendige Hege?

Leser diskutieren darüber, ob Jäger dabei waidgerecht handeln oder nicht

Jarmen/Bergen. Die Tierrechtsorganisation Peta hat Jäger in Mecklenburg-Vorpommern aufs Korn genommen: Bei der Staatsanwaltschaft in Stralsund wurde nach einer Jagd an der Peene Strafanzeige gestellt. In nur drei Stunden seien bei einer Treib- und Drückjagd zwischen Jarmen und Loitz 79 Tiere getötet worden. Diese „Massentötung“ verstoße gegen das Tierschutzgesetz, meint Peta. Auch eine Treibjagd auf Rügen wird kritisiert. Da sich bei Lietzow Jäger an den Gleisen aufhielten, hatten ein ICE und mehrere Regionalzüge bis zu zwei Stunden Verspätung. Auf der Facebook-Seite der OSTSEE- ZEITUNG diskutieren Leser über diese Jagdart. Eine Auswahl:

Für Markus Florian Meier sind die Peta-Aktionen „billige Jägerhetze“. Statt froh zu sein, dass sich Schweinepest und Wildunfälle nicht weiter häufen, würden Jäger als tötungsgeile Unmenschen dargestellt. Guido Zimmermann stimmt zu: „Einfach nur lächerlich, die Jäger machen es richtig.“

Dagegen steht Marikka Kurzenberg aufseiten von Peta: „Für mich ist eine Treibjagd keine Jagd. Da werden die Tiere mit viel Lärm nur in eine Richtung getrieben.“ Das habe nichts mit Hege und Pflege zu tun. Dem widerspricht Stefan Fenske : „Sie wissen, wie eine Treibjagd abläuft? Ich denke nicht. Ich hab’ schon bei so einigen Jagden als Treiber mitgemacht.“

Die Jäger in MV weisen den Vorwurf, massenhaft Tiere zu töten, weit von sich. Das Tierwohl und die tierschutzgerechte Jagd haben für die Jäger „oberste Priorität“, sagt Ulf-Peter Schwarz vom Landesjagdverband. Die Drückjagden im Herbst seien effektiver als Einzeljagden – und notwendig: Seit Jahren gingen die Zahlen bei Wildschweinen, Dam- und Rotwild nach oben, sagt Schwarz. Auch der Bauernverband betont: Treibjagden seien für Landwirte wichtig.

Auch Uwe Koob verteidigt die Jäger: „Viele lassen mehr Wild ziehen“ und würden sich darauf konzentrieren, Kranke oder Kümmerlinge vorm Winter auszusondern und die Stückzahl zu regeln. „Zu viel Wild würde den Wald wegfressen.“ Er kenne keine Jäger, die in ihrem Revier ohne Sinn und nur des Geschäfts wegen ihr Wild abknallen. Es sei aber klar für ihn, dass es unter den Jägern schwarze Schafe gibt – die Anzahl sei jedoch sehr gering. Dazu meint Facebook- Nutzerin Püppie Heinig : „Eine Treibjagd hat nichts mit Bestandspflege zu tun. Es ist nichts weiter als eine äußerst fragwürdige Tradition.“ Deshalb spreche sie sich für eine ökologisch sinnvolle Jagd aus. Früher sei gejagt worden, um zu überleben. Heute werde in MV der sogenannte Jagdtourismus gerne praktiziert.

Bernhard Schmidtbauer

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