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Trump hat genug zertrampelt

Der Kandidat blamiert die gesamte freie Welt. Trump hat genug zertrampelt

Die US-Republikaner haben viele respektable Präsidenten hervorgebracht. Einige trugen sogar bei zu Sternstunden der Menschheit.

Die US-Republikaner haben viele respektable Präsidenten hervorgebracht. Einige trugen sogar bei zu Sternstunden der Menschheit.

 

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Von Matthias Koch

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Abraham Lincoln, schwarzer Vollbart, schwarze Fliege, saß bis 1865 im Weißen Haus und hinterließ gleich zwei historische Errungenschaften: Er verhinderte eine Spaltung der USA, und er schaffte die Sklaverei ab. George Bush senior, schiefes Lächeln, visionsarmer Auftritt, regierte bis 1993. Oft wurde er unterschätzt. Aber der alte Bush sorgte nach dem Fall der Mauer mit einer umsichtigen, klugen Weltpolitik für Frieden in Europa – und machte die Wiedervereinigung Deutschlands und des Alten Kontinents möglich.

Dagegen wirkte der von sich selbst besoffene Kandidat Donald Trump von der ersten Sekunde an wie ein makabrer Witz. Wie schlimm Trump wirklich ist, merken viele Republikaner leider erst heute.

Jetzt wollen einflussreiche Leute in der Partei den Kandidaten wieder abschütteln. Sie treibt weniger der Edelmut als die nackte Angst um eigene Sitze und Mehrheiten; der Senat würde kippen, wenn die Demokraten vier der 100 Mandate dazugewinnen.

In Wahrheit gibt es jenseits jeder Parteitaktik viele gute Gründe, Trump zu stoppen. Seine Veranstaltungen geraten immer mehr zu faschistoiden Foren, seine Reden zu Hasspredigten. Trump hat die Familie eines gefallenen muslimischen US-Soldaten beleidigt. Dreimal binnen einer Stunde fragte er seine fassungslosen Berater, warum nicht längst Atomraketen im Nahen Osten eingesetzt werden.

Videos zeigen, wie Trumps Anhänger die Mauerbau-Pläne ihres Idols zur Abschottung gegen Lateinamerikaner feiern: „Build that wall, kill them all“, skandieren sie – bau die Mauer und töte sie alle.

Woran glaubt Trump? An die Freiheit? Oder an etwas ganz anderes, etwas Dunkles, Unsagbares? Seit die Umfragen sich gegen ihn wenden, sagt Trump, er fürchte ohnehin, die US-Wahlen im November könnten gefälscht werden. Das gab es noch nie: Ein US-Präsidentschaftskandidat schnippt das Vertrauen in die eigene Demokratie weg wie eine billige Münze. Einen größeren Gefallen kann er den Autokraten in Moskau, Peking, Ankara und anderswo nicht tun.

Als Trump öffentlich an Russland appellierte, der Geheimdienst möge doch bitte Hillary Clintons E-Mails hacken, führte dies nicht mehr nur zum üblichen Augenrollen. Seither wird bei den Republikanern ernsthaft darüber diskutiert, ob der Kandidat nicht eine Schraube locker hat.

Es wird Zeit, dass die „Grand Old Party“ ihren Irrweg erkennt und den Mann stoppt. Trump hat in letzter Zeit genug zertrampelt. Nicht erst seine Präsidentschaft, schon die Fortsetzung seiner Kandidatur hätte etwas Alptraumhaftes. Es geht jetzt nicht mehr nur um die Republikaner, nicht mehr nur um Amerika. Trump blamiert die freie Welt.

OZ

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