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Ursache für Badeunfälle ist oft Selbstüberschätzung

Rostock Ursache für Badeunfälle ist oft Selbstüberschätzung

In MV sind mehr Menschen ertrunken als 2016 / OZ-Leser diskutieren Gründe

Rostock. Tragisch: In Mecklenburg-Vorpommern sind bis Ende August 21 Menschen ertrunken. Das sind zwei mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, beklagt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Elf Menschen seien bei Badeunfällen ums Leben gekommen und zehn weitere bei anderen Unglücken wie Bootsunfällen, erklärt Thorsten Erdmann, DLRG-Sprecher in MV.

Bundesweit ist die Zahl der Ertrunkenen deutlich zurückgegangen – von 425 auf 297. Das seien laut DLRG 30 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und der zweitniedrigste Stand seit Erhebung der Sommerbilanz.

Der Hauptgrund für den Rückgang sei das schlechte Wetter gewesen, der „ praktisch nicht stattgefundene Sommer“, betont DLRG- Vizepräsident Achim Haag. Dies sei jedoch kein Grund zur Entwarnung.

„Leichtsinn, Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung haben bedenklich zugenommen“, sagt Haag. Die Unfallschwerpunkte liegen weiterhin in den Binnengewässern. 240 Menschen starben in Flüssen, Seen, Teichen und Kanälen. „Das Bad in Binnengewässern ist deshalb so risikoreich, weil diese selten bewacht sind. Ein Ertrinkender hat wenig Aussicht auf Rettung“, erklärt Haag. Die DLRG fordere zukünftig eine Bewachung der Badestellen im Binnenland durch Rettungsschwimmer.

Auch die Leser der OSTSEE-ZEITUNG beschäftigen die Badeunglücke in diesem Jahr. Auf der Facebook-Seite der OZ meint etwa Manja Scheppan zu den Ursachen: „Selbstüberschätzung und Beratungsresistenz, gepaart mit Altersstarrsinn. Das sind die häufigsten Gründe.“ Und leider gebe es die Badeunfälle jedes Jahr aufs Neue. „Die Ostsee ist eben kein großes Schwimmbecken – und das vergessen viele“, schreibt sie. Astrid He stimmt zu: „Selbstüberschätzung: Ostsee ist nicht Schwimmbad.“ Auch Nicole Holtz sieht als Hauptursachen, dass viele Menschen die Gefahren beim Baden nicht einschätzen können. „Es sind überall Strömungen, unter- und oberhalb. Und die DLRG-Mitarbeiter können nicht alles überblicken – es sind auch nur Menschen.“ Sie schlägt vor, die Leute mehr über die Risiken im Wasser aufzuklären.. Sie habe ihren Kindern immer gesagt, nicht so weit rausschwimmen. „Auch als guter Schwimmer kann man es falsch ein ein schätzen.“

Dies ist für Kristin Stein ebenso wichtig: „Mein Tipp: Aufklärungskampagnen für Urlauber.“ Die meisten wissen gar nicht, wie sie sich in der Ostsee verhalten sollen.

Das wird „schon in der Schule gelehrt und gehört eigentlich zum Allgemeinwissen“, antwortet Birgit Krüger . „So seh’ ich das auch“, stimmt ihr Sandra Paasch zu.

Carolin Betke fragt sich jedoch: „Auch in der Schule in Bayern oder Hessen oder . . .?“

Bernhard Schmidtbauer

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