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„Wenn das so weitergeht, bleiben nur Stümpfe übrig“

Sassnitz „Wenn das so weitergeht, bleiben nur Stümpfe übrig“

Im Nationalpark Jasmund werden aus Sicherheitsgründen 300 Bäume gefällt

Sassnitz. Mehr Sensibilität, das fordern Naturschützer im Umgang mit dem Nationalpark Jasmund auf der Insel Rügen. Dort werden in diesem Jahr etwa 300 Buchen an der Kante zum Stadtrand zu Sassnitz gefällt. Die Arbeiten sind zwingend erforderlich, da beschädigte Bäume auf Häuser und Straßen zu kippen drohen, begründet das Nationalparkamt die Maßnahme. Der Buchenwald gehört seit 2011 zum Unesco-Weltnaturerbe. Die Kritik der Naturschützer richtet sich zuvorderst auf den Zeitpunkt. Sie befürchten, dass durch die bereits eingesetzte Brutzeit Nester von Vögeln verloren gehen könnten. Auch viele OZ-Leser, die sich zu dem Thema auf Facebook äußern, hätten sich mehr Augenmaß gewünscht.

So schreibt Nadine Hahn : „Sensibilität gegenüber der Natur ist doch ein Fremdwort.“ Überall werde sie mit lachendem Gesicht zerstört. „Die Verursacher verschwenden keinen Gedanken an die Konsequenzen. Die Natur braucht uns nicht, doch der Mensch braucht sie. Sie muss von uns allen geschützt werden, bevor es zu spät ist“, fordert die OZ-Leserin.

Susanne Monz meint: „Wenn in dem Ausmaß wie in den letzten Jahren weiterhin die Bäume gefällt werden, bleiben vom Weltnaturerbe lediglich Fotografien und Baumstümpfe übrig. Man möchte annehmen, dass ein Titel wie dieser auch eine gewisse Verantwortung mit sich bringt. Wo bleibt der Protest des Vergabegremiums?“

Auch Benedikt Liesegang gibt seine Bedenken in die Diskussion hinein: Naturschutz auf der Insel Rügen sei nicht mehr weit verbreitet, sagt unser Leser. Stattdessen würden Bäume in der Brutzeit gefällt, die Gemeinde Lohme wolle man in ein zweites Sylt verwandeln und zudem seien sinnfreie Straßenausbauten realisiert worden. Michael Hanke erwidert: „Die Umweltschützer melden sich zu Wort, wollen alte und kranke Bäume retten, die drohen umzustürzen. Der Staat ist in der Pflicht, seine Bürger zu schützen. Gut so.“ Schließlich herrsche auf der Insel kein Kahlschlag. Dietrich Bussler schließt sich seinem Vorredner inhaltlich an: Damit der Baum freie Fallbahn hat, könne man doch auch Häuser und ganze Straßen verlegen, so sein Vorschlag. Ironisch fügt er an: „Die Baumfallfreiheit sollte im Grundgesetz verankert werden.“

Roswitha Feiste aber ist überzeugt, dass auch gesunde Bäume gefällt wurden. „Am Samstag habe ich abgeholzte Bäume gesehen, die weder krank aussahen noch in der Nähe von Häusern standen. Wer kann das erklären?“ Schon eigenartig sei, erzählt auch Ralf Matthe , dass momentan überall in Vorpommern ganze Flächen gerodet würden. „Die können doch nicht alle krank sein.“ Viola Schult ist sicher: „Da wird das beschädigt, was die Insel Rügen ausmacht.“

Juliane Lange

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