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Bittersüße Weihnachtszeit

Rostock Bittersüße Weihnachtszeit

Anne Gierahn-Grosse aus Rostock

Rostock. Der Rostocker Weihnachtsmarkt, was für Groß und Klein jedes Jahr wieder ein kurzweiliger Ausflug und Gaumenschmaus ist, ist für viele Vierbeiner der absolute Horror.

Menschengedränge, laute Geräusche und unendlich viele Gerüche sind nur die offensichtlichsten Störfaktoren. Trotzdem beobachtet man es immer wieder. Hunde, die sich gezwungener Maßen versuchen angsterfüllt ihren Weg durch die unendlich vielen Beine zu schlagen. Doch es geht noch schlimmer.

Als ich heutenachmittag mit meiner Familie durch die Kröpi schlenderte, entdeckten wir unter einem Süßwarenverkaufstresen einen völlig verstörten, vor Angst zitternden und zusammgekauerten Hund. Er trug ein Geschirr, war aber ohne Leine. Unter den herumstehenden Passanten konnten wir keinen Besitzer ausfindig machen. Wir benachrichtigten das Verkaufspersonal, welches wiederum den Weihnachtsmarktsicherheitsdienst informierte. Niemand war bis dato in der Lage den Hund zu beruhigen bzw. aus der Situation zu befreien, da er vor Angst knurrte und um sich schnappte.

Somit alarmierte ich die Tierrettung der Feuerwehr. In den 60 Minuten, die es brauchte bis die Tierrettung eintraf, musste ich beschämend feststellen, wie ignorant und egoistisch der Mensch sein kann. Immer wieder wurden wir wegen des Raumes, den wir freihielten, um den Hund und Passanten zu schützen, angepöbelt. Menschen schoben Helfer beiseite, um regelrecht zu Gaffen, wieder andere bedrängten den Hund und äußerten völlig unqualifizierte Kommentare.

Die Krönung der Unbarmherzigkeit bildete jedoch der Standbesitzer, welcher irgendwann meinte, ob wir nicht weitergehen könnten, wir würden ihm sonst noch die Kundschaft verwehren. Wäre nicht eine handvoll Menschen gewesen, die ihre Hilfe angeboten haben, ich wäre vor Scham im Erdboden versunken. Gott sei Dank traf nach einer Stunde neben der Tierrettung auch das Frauchen des Hundes ein, sodass dem Hundekind weiterer Stress erspart blieb und alle Helfer beruhigt nach Hause gehen konnten.

Zu guter letzt möchte ich diese Happyend-Situation nutzen, um an alle Besucher des Weihnachtsmarktes zu appellieren. Tut euren Hunden einen Gefallen und erspart Ihnen den Weihnachtsmarktbesuch. Es ist für euch stressfreier und euren Hunden erspart es vielleicht unnötige Angst und Pfötchentritte.

Anne Gierahn-Grosse

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