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Ein Besuch in Hohenwieden

Stralsund Ein Besuch in Hohenwieden

Wolfgang Mengel aus Stralsund

Stralsund. Am 04.11.16 fuhren 12 Mitglieder des erweiterten Vorstandes der Seniorenakademie 55 plus Stralsund unter der Leitung von Frau Baltrusch nach Grimmen-Hohenwieden, um der dortigen SOS-Dorfgemeinschaft einen Besuch abzustatten. Die SOS-Kinderdörfer gehen auf den Österreicher Hermann Gmeiner (1919-1986) zurück, für den das Schicksal der Kriegswaisenkinder Veranlassung war, ihnen eine neue Familie und ein Zuhause zu schaffen. So entstand 1949 das erste SOS-Kinderdorf in Österreich, in Deutschland 1956. Weltweit gibt es 132, in Deutschland sind es 15, dazu noch weitere 30 Einrichtungen, wie z.B. Jugendwohngemeinschaften, Behinderteneinrichtungen und Ausbildungswerkstätten.

Heike Patzelt aus dem Berufsbildungsbereich empfing ihre Gäste und führte sie durch die seit 1999 in Betrieb befindliche Anlage, die biologisch-dynamisch nach den Demeter-Richtlinien arbeitet. Z.Zt. werden 86 Erwachsene mit Denk- und Lernbeeinträchtigungen betreut, die entweder dort auch in vier Hausgemeinschaften wohnen, bei entsprechender Fitness im nahen Grimmen untergebracht sind oder per Fahrdienst aus dem Umland geholt werden, wie z.B. den Zwei-Meter-Riesen Paul aus Stralsund. Er erzählte freimütig über seine Tätigkeit in der Gärtnerei, die er liebt, und auf den umliegenden Feldern.

In der Weberei fertigen die Frauen sehr schön gemusterte Tücher. Weitere Tätigkeitsfelder sind die Küche, das Cafe, der Hofladen, die Textilwerkstatt, die Dorfmeisterei, die Betreuung des Viehs in den Ställen und die Holzwerkstatt, in der Möbel hergestellt sowie Stühle und Hocker in allen Größen mit Flechtarbeiten aus Seegras verziert werden.

Die von den „Hauseltern“ betreuten Hausgemeinschaften haben alles, damit sich die Betreuten dort wohl und geborgen, also richtig „zu Hause“ fühlen können. Alles Produzierte gilt zunächst der Selbstversorgung, aber auch zur Sicherstellung von Großaufträgen oder Lieferungen an Großabnehmer. Vielfach kann die Gemeinschaft ihre Erzeugnisse auch außerhalb vorstellen, und das alljährliche Michaeli-Fest im September lockt sehr viele Interessierte aus der Umgebung an, um die Dorfgemeinschaft kennen zu lernen und mit ihr ihre Erfolge zu feiern. Grüßt dabei die Sonne vom Himmel, ist kein freier Platz weder für Mensch noch Auto zu finden.

Der Besuch hat einen sehr guten Einblick in eine solche Institution gegeben, und die Gäste bedankten sich mit einer Spende des Vorstandes für die informative Führung durch Frau Patzelt. Für die finanzielle Unterstützung der Projekte steht einerseits die Möglichkeit der Direktspende an die jeweilige Einrichtung als auch andererseits der Hermann-Gmeiner-Fonds für alle Einrichtungen zur Verfügung.

Wolfgang Mengel

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