Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Gedanken eines Stammgasts zum ironman 70.3 in Binz

Hamburg Gedanken eines Stammgasts zum ironman 70.3 in Binz

Norbert Bastian aus Hamburg

Hamburg. Meine Frau und ich sind seit vielen Jahren Stammgäste in Binz. Eigentlich wollten wir dies auch noch viele Jahre bleiben. Durch den ironman 70.3 sind wir jedoch verunsichert.

Nachdem beim ersten ironman 70.3 im Jahr 2014 der gesamte Ort für mehrere Tage weitestgehend lahmgelegt war und die Strandnutzung durch regen Treckerverkehr sehr unangenehm war, hatten wir uns entschieden, in Zukunft auf Usedom Urlaub zu machen. Erst nachdem wir erfuhren, dass 2015 der ironman 70.3 überwiegend außerhalb Binz stattfinden sollte, entschlossen wir uns, noch einmal Binz zu versuchen.

Auch wenn die Streckenführung in 2015 und 2016 die Situation in Binz sehr entspannt hat, fühlt man sich als Nichtteilnehmer für 4 Tage als Fremdkörper und allenfalls geduldet.

Mir ist bewusst, dass Binz als Ganzes wie ein Wirtschaftsunternehmen geführt werden muss. Aus diesem Grund muss Binz auch ständig den Markt sondieren und nach neuen Kundengruppen suchen. Die Frage ist aber auch, welche neue Gruppe ist nachhaltig, kann also auf Dauer an Binz gebunden werden.

Mit dem ironman 70.3 hat sich Binz entschlossen, nicht selbst um neue Kunden zu werben, sondern ist eine Geschäftsbeziehung mit der Firma WTC eingegangen, die einen Lifestyle vermarktet.

Bei der WTC handelt es sich um ein kommerzielles Unternehmen, das nach streng marktwirtschaftlichem Prinzip arbeitet. Es wird eine Kostennutzenanalyse durchgeführt und danach entschieden welcher Austragungsort wirtschaftlich ist. Hierbei geht es um die Wirtschaftlichkeit für die WTC und nicht für Binz.

Binz muss also eine eigene Kostennutzenanalyse durchführen. Hierbei geht es in erster Linie darum, zu klären, welche Kunden Binz in Zukunft an sich binden möchte. Dazu gehört auch die Frage, ob Binz sein jetziges Image (familienfreundlich, bodenständige Bäderarchitektur und Natur) behalten möchte, oder lieber ein Lifestyle-Urlaubsort (dynamisch und risikoreich) sein möchte. Beides zusammen wird bei der relativ kleinen Größe von Binz nicht realisierbar sein.

Bei dem jetzigen Image hat Binz nur wenig Konkurrenz, beim Lifestyle-Image fängt Binz an, global zu spielen, hätte also eine sehr viel größere Konkurrenz. Extremsport ist immer einer Mode unterworfen. Dementsprechend wird WTC seine Geschäftspartner gegebenenfalls wechseln. Es ist zu hoffen, dass bis dahin nicht schon zu viele Stammkunden abgesprungen sind.

Ich habe den Eindruck, dass es in Binz noch viel Diskussionsbedarf zum Thema Zukunft gibt.

Norbert Bastian

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Leserbriefe
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Umfrage, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Umfragen" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Umfragen“ 2015-09-23 de MEINUNG Aktuelle Umfrage Ihre Meinung zählt: Geben Sie ein Votum ab zu aktuellen Themen aus Politik, Wirt- schaft und anderen Gebieten. Alle Umfragen auf einen Blick finden Sie hier.