Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Keine Privatsache

Die Schulwahl der Manuela Schwesig Keine Privatsache

B. Raabe aus Rostock

Rostock. Mein Kind macht in einer 28 Schüler starken Klasse sein Abitur, weil ich und mein Mann, obwohl wir beide Vollzeit arbeiten, zu den nach einigen Lesermeinungen via Facebook zu den Dummen und Faulen gehören, die neben Hunderttausenden in diesem Land keine hinreichende Karriere gemacht haben, damit es für eine Privatschule reicht, aber selbst wenn es so wäre, hat niemand ein Recht, über das Schicksal jener Kinder vorzuentscheiden, die aus solchen Haushalten wie dem meinen stammen.

Die Leistungsgesellschaft ist heute oft nur ein leeres Versprechen, das ist nicht nur mir bekannt. Kinder an staatlichen Schulen müssen viel härter für ihren Erfolg kämpfen als jene an den gut ausgestatteten Privatschulen, an denen auch der Betreuungsschlüssel mit Lehrern und die Klassenstärke eine ganz andere ist, dazu wird mindestens jedes Jahr hinsichtlich der Bildungspolitik eine neue Sau durchs Dorf getrieben und staatliche Schulen zu Experimenten gezwungen, die keineswegs immer förderlich sind. Ich kenne auch privat genug Lehrer, die sich über die Zustände an ihren Schulen beklagen.

 

Integration, Inklusion, Förderunterricht, mangelnde Ausstattung, alte Möbel, marode Gebäude, schlechte sanitäre Anlagen etc., das alles gehört neben zu großen Klassen dazu, was eine staatliche Schule meistern muss, was oft nur mit privatem Engagement der entsprechenden Lehrer und auch der Eltern möglich ist. Hochbegabtenförderung? Oft Fehlanzeige, weil Zeit und Kapazitäten fehlen. Das Bemühen um schwierige Schüler? Ebenso. Schulpsychologen? Aus Geldmangel nur rar im Angebot... Die Aufzählung könnte noch um etliche Punkte ergänzt werden.

 

Die Schulwahl der Ministerpräsidentin wäre eine Privatsache, wenn sich das staatliche Schulsystem in einem Zustand befände, wie wir uns das gemeinhin vorstellen.

Gleiche Bildungschancen für alle Kinder, ganz gleich, welcher Herkunft und welcher Geldbeutel im Hintergrund stehen, sind ja wohl das Mindeste, was sich eine Gesellschaft leisten sollte...

B. Raabe

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Stolpe
Jeannette von Busse (CDU) fordert vor allem mehr Gestaltungsspielraum für die kreisangehörigen Gemeinden und eine größere Solidarität des Landes mit den Landkreisen und Kommunen.

Einen größeren Gestaltungsspielraum für die Entwicklung kleinerer Gemeinden hat jetzt Jeannette von Busse (CDU) eingefordert. Die ehrenamtliche Bürgermeisterin von Krummin und zugleich Baudezernentin von Greifswald ist außerdem Mitglied im Kreistag von Vorpommern-Greifswald.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Leserbriefe
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Umfrage, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Umfragen" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Umfragen“ 2015-09-23 de MEINUNG Aktuelle Umfrage Ihre Meinung zählt: Geben Sie ein Votum ab zu aktuellen Themen aus Politik, Wirt- schaft und anderen Gebieten. Alle Umfragen auf einen Blick finden Sie hier.