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Keine Ursachenforschung

Schiedsrichtermangel Keine Ursachenforschung

Richard Wilts-Tischer aus Krummhörn

Krummhörn. Ich habe lange überlegt auf diesen Bericht der OZ, am 13.09.2016, zu reagieren. Eigentlich wollte ich, wie so viele, einfach alles hin nehmen. Aber alle paar Tage ist in den Tageszeitungen zu lesen über den Schiedsrichtermangel in den Kreisen und bundesweit. Aber eine Ursachenforschung wird nie richtig betrieben.

Da ich jetzt schon 28 Jahre mit einigen Kollegen bis zur Landesliga tätig sein durfte, habe ich viele verschiedene Fußballer und Funktionäre kennen gelernt und es hat immer sehr viel Spaß gemacht. Die Zeit hat sich aber mittlerweile sehr zum Nachteil für uns Schiedsrichter gewandelt. Die Aggressionen auf dem Spielfeld und bei den Zuschauern haben drastisch zugenommen. Wo die erfahrenen Schiedsrichter schon alle Mühe haben ein Spiel über 90 Minuten über die Bühne zu kriegen, müssen die jungen Kollegen schon allen Mut zusammen nehmen um durch zu halten.

Die Vereine in die Verantwortung zu nehmen und zu bestrafen, ist sicher der eine Weg, aber so, wie es aussieht, wird nur alle paar Tage in der Zeitung darüber geschrieben und nichts passiert.

Doch jetzt zu den Jungschiedsrichtern/-innen: Wir haben sehr viele gute bis sehr gute junge Schiedsrichter in unseren Kreisen! Da muss ich sagen, dass die vom Kreis besser betreut werden müssen. Immer wieder hört man beim Regelabend, das so viele junge Kollegen aufhören, aber eine Ursachenforschung wird nie betrieben. Es heißt nur immer wieder „Der hat ja doch keine Lust mehr.“ Aber unsere Jugend kann mehr, als mancher Funktionär glaubt, wenn man sie nur lässt.

Seit Jahren wollen wir von der älteren Generation die Jungschiedsrichter zu den Spielen begleiten, damit sie ein bisschen Rückendeckung haben, wenn es einmal brenzlig wird in ihrem Spiel. Antwort der Funktionäre: „Das klappt doch sowieso nicht.“ Es wird erst garnicht probiert.

Es sollen Freihaltetermine eingetragen werden von den Jungschiedsrichtern, wenn es mal nicht passt mit der Schule oder der Arbeit, es einmal ein paar mehr werden oder der Jungschiedsrichter möchte mal ein bisschen länger pausieren. Wenn er Klausuren schreibt oder eine Zwischenprüfung wird er gleich abgestuft in die unteren Klassen. Da wird garnicht nach gefragt.

Sehr geehrte Funktionäre, es ist ein Hobby von uns Schiedsrichtern, wir sind keine Profis.

Richard Wilts-Tischer

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