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Kriegsschwangere Konflikte - Kenntnis der Vorgeschichte nötig

Greifswald Kriegsschwangere Konflikte - Kenntnis der Vorgeschichte nötig

Gregor Prof. Dr. Putensen aus Greifswald

Greifswald. Für den aufmerksamen Betrachter des Weltgeschehens zeichnet sich mit bedrückender Klarheit ab: Ein neuer kalter Krieg stellt den scheinbar so friedlichen Alltag der Völker mit seinen Freuden und Sorgen für deren „normale kleine“ Leute erneut existenziell in Frage. In den dominierenden Massenmedien des Westens wurde für das unerträgliche Kriegsgeschehen in Syrien, das zunächst der militärischen Bekämpfung der terroristischen Strukturen des „Islamischen Staates“ und des Al Quaida-Netzes galt, inzwischen einen neuen Hauptübeltäter auserkoren.

Für das furchtbare Blutvergießen dort und alles andere innerhalb und weltweit außerhalb der Nahost-Region steht jetzt Putin. Ob der Konflikt in der Südost-Ukraine mit der Folge des Krim-Anschlusses an Russland, die gegenseitigen Sanktionen, die beiderseitige sich immer weiter aufschaukelnde Aufrüstung mit einer immer hautnaheren geostrategischen Streitkräftekonfrontation im Zeichen einer angeblich unvermeidlichen Abschreckung – die angestrebte höhere militärische Sicherheit unterminiert letztlich das Fundament der Überlebenssicherheit für die Völker. Ja selbst der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf ist angebliches Opfer putinscher Hackerinterventionen.

All diese Konflikte haben ihre Vorgeschichte, die jedoch von den überwiegend machtpolitisch beherrschten Massenmedien tunlichst ignoriert und den regierten Völkern kaum zu Bewusstsein gebracht werden. Sie ist aber als Prozess für das Erkennen (und dann vielleicht auch für ein aktiveres Handeln) der sog. kleinen Leute gegen das existenzbedrohende Pokerspiel der Regierenden und Rüstungsprofiteure auch im täglichen Schwall des Geschehens und medialer Scheinereignisse unverzichtbar. Schon sehr bald wäre die Vorgeschichte der heutigen Konflikte für viele als großmachtpolitische Interessenkollision zwischen den USA und Russland begreifbar, in denen ursächlich die NATO, die EU und Deutschland bis heute gehorsam den USA wortbrüchig halfen und helfen, territorial und durch Sanktionen (mit unverkennbarer wirtschaftlicher und politischer Selbstschädigung von EU-Staaten) den Russen militärisch unmittelbar auf den Pelz zu rücken. Und dies alles im Namen der feierlich beschworenen Abschreckung eines potenziellen Aggressors durch Hochrüstung und Großmanöver auf der jeweiligen Gegenseite von NATO oder Russland.

Auf die Spitze getrieben, wird sie in gegenseitiger Anspannung und Nervosität mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann zum Ausbruch eines unsanktionierten großen Krieges führen. Es gilt den herrschenden Obrigkeiten, diesen Weg zu verlegen, wozu wohl letztlich nur die „kleinen Leute“ der Völker im Stande sein könnten. Nur Mut – hierbei sollte ihnen mit besten Kräften geholfen werden.

Gregor Prof. Dr. Putensen

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