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Neuanfang mit Zukunftsoption?

Latchinian: „Diese Vorwürfe sind absurd“ Neuanfang mit Zukunftsoption?

Arne Schoor aus Rostock

Rostock. Trennen wir zur vorläufigen Kompromissfindung alle Hauptpositionen von ihren Personen und Befindlichkeiten, bleiben 6 berechtigte Sorgen: fehlende Kommunalquote für den Neubauzuschuss, fehlende künstlerische Entwicklungsmöglichkeit für ein Theater im 21. Jahrhundert, primäre und sekundäre Arbeitslosigkeit durch Entlassungen, Trennung von Politik und Kultur- bzw. Bildungsverantwortung sowie persönliche Beschädigung durch tradierte Wertmaßstäbe des politischen Geschäfts, in dem irrational die Durchsetzung statt Korrektur einer Reform positiv bewertet wird.

Diese Bewertung ist allerdings außerhalb des politischen Geschäfts vielfach völlig entgegengesetzt. Die Grundfrage hier und heute besteht wohl in einem Betrag X, welcher nicht von der Kommune Rostock finanziert wird, Schauspiel und Tanz wenigstens 2018 und 2019 im Grundsatz erlaubt und damit das im Raum stehende Zukunftsverbot für ein funktionierendes Stadttheater mit Blick auf 2020 und danach auflöst.

Diesen Betrag X müssen die Bürgerinnen und Bürger in Stadt und Landkreis, Studierende, Touristen, die Kammern, die Interessenvertretungen und Verbände, die Staatsinstitute, die Hochschulen, die Unternehmensführungen usw. dieser Stadt endlich kennen, um zu entscheiden, wie sie mit ihm umgehen wollen. Die Bürgerschaft kann das Problem ganz offenkundig allein nicht lösen, ebensowenig wie der Bürgermeister. Die Bürgerschaft hatte aber den Mut, an Mithilfe der Bürger zu denken, sich helfen zu lassen.

Diese Kunst beherrscht kaum noch jemand. Managementsysteme werden vom realen Leben zwangsläufig in wenigen Monaten überholt. Am Ende ist immer doch Mensch gefragt, der weit mehr als 60 bit pro Sekunde verarbeiten kann, wenn es um höchst komplexe Entscheidungen und vor allem kreative Lösungen für und mit Menschen geht.

Will Rostock sich genauso verhalten wie es deutschlandweit erwartet wird? Die Intelligenz und Kooperativität dieser nun auch bald Universitätsstadt steht nun wohl in der Theaterfrage wie seit 20 Jahren nicht auf dem Prüfstand. Das Gehirn will überrascht werden. Träfen sich in Rostock alle im Kreidekreis, hätte diese Stadt einen Imagegewinn, den unser Rostocker Marketing über Jahrzehnte hinweg nicht erwirtschaften kann. Entgegen landläufiger Meinung bleiben auch kleine Negativinformationen über Jahrzehnte hinweg ggf. unterbewusster Entscheidungsgeber, teilweise sogar nur durch unterbewusste Informationsaufnahme.

Es braucht wenigstens etwas Sicherheit. Auch monetär einkömmliche Projekte im Kontext Bildungs-, Sozial- und Kommunikationsforschung sind für viele in Rostock mit dem Theater undenkbar, weil Projektlaufzeiten meist über 2 Jahre Sicherheit benötigen. Dass Theaterkultur und -politik in den Goethe-Instituten weltweit Dauerthema sind, vergessen wir in Rostock leider auch.

Von Arne Schoor

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