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Immer die bösen Autofahrer ...

Kritik an der Fahrradstraße in der Altstadt Immer die bösen Autofahrer ...

Dirk Wieczorek aus Greifswald

Greifswald. „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ und ein Verkehrszeichen allein schafft noch lange nicht die baulichen Voraussetzungen, die ein solches oft erfordert. Dies weiß sicher auch jeder, der mal durch einen verkehrsberuhigten Bereich spaziert und denkt „Die rasen alle nur...“. Es sei denn, er sitzt selbst im Auto...

Gleiches gilt auch für die „Fahrradstraße“... Den Reiz von Greifswald - finde ich als Zugezogener - machen unter anderem auch die schönen alten Straßen und deren Bebauung aus. Diese stammen meist aus einer Zeit, als sich Rad- und Autofahrer noch vertragen konnten und wollten.

Keine Frage, Greifswald ist eine sehr schöne Stadt. Wer nun aber meint „Eine Fahrradstraße zeichnet sich dadurch aus, dass Radfahrer zügig fahren können.“ der macht es sich sehr sehr einfach. Mal ganz davon abgesehen, dass dieser Satz nirgends so im Gesetz steht. Schuld hat natürlich immer der Autofahrer und auf gar keinen Fall der Radfahrer. Der Radfahrer z.B., der kein Rechtsfahrgebot kennt bzw. dies nicht akzeptieren möchte. Wer es noch nicht wusste: Der § 1 StVO gilt für alle Verkehrsteilnehmer...

Der ADFC sollte die Radfahrer besser darauf hinweisen, dass es z.B. auch gefährlich ist, ohne Beleuchtung und linksseitig mit einem Fahrrad durch eine Fahrradstraße, auf einem Gehweg oder wo auch immer zu fahren, statt immer nur blind in das Horn desselben zu stoßen.

Als ich vor einigen Jahren eine mehrjährige Fortbildung in der Rubenowstraße besuchte und dafür jeden Freitag und Samstag mit dem Auto (von auswärts) anreisen musste, war ich sicher nicht nur allein ständig genervt über die wenigen Parkplätze, die man dort ohne weite Wege erreichen kann. Es geht halt nicht immer ohne Auto. Auch ich nutze sehr gern das Fahrrad, aber auch nur dann, wenn es halt möglich ist. Wenn man auch möchte, dass die wirklich tollen Einkaufs- Freizeit- und Fortbildungsmöglichkeiten die Greifswald bietet, auch von Auswärtigen genutzt werden können, dann muss man auch Parkplätze zulassen...

Aus meiner Sicht würde es völlig ausreichen, wenn die Altstadt eine ganz „normale“ Tempo-30-Zone wäre. Der gesamte Bereich ist mittlerweile mit Verkehrszeichen völlig überfrachtet. Dies allein sorgt schon dafür, dass viele gar nicht mehr wissen, gegen welchen Paragraphen der StVO sie gerade verstoßen wollen oder sollen oder dürfen...

Warum müssen die Radfahrenden IMMER den kürzesten Weg bekommen? So groß ist die Stadt ja nun auch wieder nicht. Was soll eine zusätzliche Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit bewirken? Dass dem Radfahrer noch mehr suggeriert wird, nur er darf „rasen“? Wenn dies niemand kontrolliert, bleibt es eine Farce und es macht auch so schon wenig Sinn.

Die Prämisse „Einheit von Bau und Betrieb“ bildet seit jeher die Grundlage für nutzbare und sichere Verkehrsanlagen. Eine gut geplante, für den Nutzer einfach begreifbare Straße setzt jedoch eine optimale Verzahnung zwischen den planerischen, entwurfstechnischen und verkehrsregelnden Elementen voraus. Wo dies nicht geht, weil man ja schließlich die Häuser die eine Straße begrenzen nicht einfach abreißen kann, sollte man einfach mal alles beim Alten lassen und nicht noch mehr (mehr oder weniger sinnlos) beschildern.

Eins stimmt nämlich gewiss am obigen Artikel: Die aktuelle Ausweisung als Fahrradstraße ist ein Etikettenschwindel, weil einfach beschildert wurde, ohne dass die baulichen Voraussetzungen vorhanden sind. Dies sollen nun die Autofahrer ausbaden und die Parkplätze werden noch weniger. Ein bisschen mehr miteinander und nicht ständig auf irgendwelche Vorrechte zu pochen, würde uns allen gut zu Gesicht stehen.

Dirk Wieczorek

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