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Rosen, Demokratie und Bürgerschaft

Arndt-Streit: Vorwurf der Mauschelei Rosen, Demokratie und Bürgerschaft

Matthias Dr. med. Schwenke aus Diedrichshagen

Diedrichshagen. Sag mir wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben. Sag mir wo die Blumen sind, was ist geschehen?
Nicht nur die Rosen wurden vom Rubenow-Denkmal entfernt, auch unsere aufgestellten Kerzen wurden mehrmals beseitigt. In unserer Zeit der friedlichen Revolution wurden aufgestellte Kerzen durch Mahnwachen geschützt. Wäre, wenn man das Gebaren der ideologischen Bilderstürmer sieht, wohl auch wieder notwendig. Der inzwischen raue Ton, Folge eines primär pseudodemokratischen Vorgehens der Universitätsleitung, hat erst zu den beklagten Gräben zwischen Senat und Bevölkerung geführt. In den vereinzelten Kontra-Arndt-Leserbriefen werden Aktion und Reaktion bewusst oder unbewusst vertauscht.
In der Bürgerschaftssitzung am 30.01.17 kritisierten einige Bürgervertreter das Vorgehen des Uni-Senats, ja plädierten sogar für Arndt, stimmten dann aber, und das war offensichtlich und öffentlich, gegen den Antrag, weil er hauptsächlich von der CDU eingebracht worden war.
Es ging hier nicht vordergründig um Sachverhalte und Eingehen auf die überwältigende Protestwelle, sondern, wie ich fassungslos erleben musste, um fraktionspolitische und auch persönliche Ressentiments, die ausgetragen wurden.
Begleitet wurde dies mit lautstarken Beifallsbekundungen von Studenten, die fast alle Zuhörerplätze zuvor besetzt hatten, nachdem die "Alternative Liste für Vorpommern und Greifswald" am 30.1.2017 auf Facebook zum rechtzeitigen Plätzebesetzen aufgerufen hatte: "Heute um 17 Uhr tagt die Bürgerschaft zu einer außerordentlichen Sitzung im Bürgerschaftssaal. Es wird dabei um den Beschluss des akademischen Senates zur Ablegung des Namens "Ernst Moritz Arndt" gehen. Kommt zahlreich und seid am Besten schon wesentlich früher vor Ort. Es wird voll werden!" Okay, war zwar nicht ganz fein, aber gewitzt legal. Einige Arndt-Befürworter, vom Rubenow-Denkmal kommend, konnten sich noch Stühle holen, viele mussten an der Tür oder draußen stehenbleiben.
Nach dem Aufruf zum Stühle-Besetzen folgte auf der Facebook-Seite am selben Tag dann mit unverhohlener Ironie: "Die Rosenkrieger "Pro-Arndt" haben sich beim Spaziergang zum Rubenow-Denkmal völlig umsonst nasse Füße und einen Schnupfen geholt. Der CDU-KfV-Kramer(AfD)-Multhauf-Antrag wurde in namentlicher Abstimmung von der Bürgerschaft abgelehnt." Ein paar Stunden später waren unsere Rosen verschwunden. Soweit zur Toleranz und zum Demokratieverständnis.
Der here Aufruf der Rektorin und einiger bestürzter "Kontra-Arndt"-Mitbürger, die von ihnen aufgerissenen Gräben zuzuschütten, sollte Anlass sein, wieder auf die Sachebene herunterzukommen und sich wieder mit Respekt zu begegnen, besonders auch gegenüber den Entscheidern "Pro Arndt" in der vergangenen demokratischen Wahl vor 7 Jahren. Neue Diskussionsrunden und Runde Tische sind überflüssig. Wir brauchen nicht alle paar Jahre dieses Schauspiel. Der Senat könnte immer noch die damalige demokratische Entscheidung von 2010 akzeptieren und sich vom Zeitgeist des Denunziatorischen distanzieren.

Matthias Dr. med. Schwenke

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