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Neubau Volkstheater

100-Millionen-Theater: SPD fordert Alternativen zum Neubau Neubau Volkstheater

Robert Röllig aus Rostock

Rostock. Es ist immer wieder erschreckend und beschämend, zu erfahren, mit welchem Kleingeist und ausgesprochener Provinzialität in Rostock (Kultur)Politik gemacht wird.

 

Wie Theater-Intendant Kümmritz im OZ-Artikel vom 21.09.17 treffend bemerkte, braucht Rostock unbedingt ein neues Theater!! Es passt nicht im Geringsten zusammen, dass sich die Stadt selbst als das kulturelle Zentrum MVs versteht und präsentiert, aber seit 70 Jahren unfähig ist, ein repräsentatives, der Bedeutung der Stadt entsprechendes, neues Theater zu bauen!

 

Genauso unverständlich ist es, wie ein Oberbürgermeister, der sich an anderer Stelle nicht zu schade ist, seine Interessen im Alleingang durchzudrücken, sich hier vor seiner Verantwortung drückt und über die existentielle Notwendigkeit eines Theaterneubaus in einem Bürgerentscheid abstimmen lassen will.

 

Kultur kostet Geld. Das ist so und wird auch in den allermeisten Fällen immer so bleiben. Das darf aber nicht heißen, dass man an ihr sparen darf. Vor allem nicht, da sich Rostock wirtschaftlich momentan gut entwickelt. Vor den veranschlagten 100 Millionen € Bausumme zurückzuschrecken und über „Alternativen“ nachzudenken, ist destruktiv und erstickt jeden Aufbruchsgeist, der zum Thema Theaterneubau derzeit wieder einmal leise durch die Stadt weht, im Keim.

 

Wer an Kultur und Bildung spart, spart an der Zukunft, um es einmal salopp auszudrücken. Es ist der Gesellschaft durchaus zuzumuten, eine solche Summe, die für ein Projekt dieser Größe absolut angemessen ist, zu vermitteln. Dafür muss die Politik einfach Engagement und Rückgrat zeigen und nicht vor den Wählern zurückschrecken. Zumal der Neubau sicher vielfältig von Land, Bund und EU förderfähig wäre und Rostock fast schuldenfrei ist.

 

Diese Stadt wird in Zukunft nur erfolgreich sein und junge, engagierte und gut-ausgebildete Leute anziehen UND BINDEN können sowie für die Bewohner hier attraktiv sein, wenn sie immens in ihr Kulturangebot investiert. Ein Blick auf die erfolgreichen Städte dieser Welt zeigt, dass es allesamt Städte mit großem kulturellen Angebot sind, die dazugewinnen (Stichwort: Weiche Standortfaktoren). Zu so einem Angebot gehört ein Theater mit Strahlkraft zwingend dazu, wie Hefe in einen Teig.

 

Rostock erwägt, sich um den Titel zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025 zu bewerben?! Das ist nicht nur an Nicht-Zurechnungsfähigkeit grenzend realitätsfern, sondern wäre bei tatsächlicher Durchführung des Vorhabens auch hoch peinlich für Rostock. Denn wie würde eine solche Bewerbung wohl aussehen? „PS: ein würdiges Theater haben wir übrigens nicht.“

Natürlich wäre der Titel ein Traum und die beste positive Werbung, die sich eine Stadt nur wünschen kann. Aber dieser ist nicht nur aufgrund des mangelnden Angebotes hier, sondern auch wegen der kulturfernen Politik in der Stadt momentan in unerreichbarer Ferne.

 

Deshalb appelliere ich inständig an die Verwaltung und auch die Bürger dieser Stadt, einen Theaterneubau nicht nur zu fordern und sich dafür aktiv einzusetzen, sondern ihn auch Wirklichkeit werden zu lassen.

 

Ich bin mir sicher, steht das neue Theater erst einmal, wird die Freude darüber groß und die positiven Effekte deutlich sichtbar werden!

Robert Röllig

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