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Großprojekt Lohme

500-Betten-Projekt: Droht jetzt die Klage? Großprojekt Lohme

Ulrike Heinzmann aus Dresden

Dresden. Meine Familie ist schon über viele Jahre Gast in Lohme und weiß den Erholungswert des Ortes einschließlich seiner Umgebung zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten mehr als zu schätzen.

 

Eine Bebauung des Rügenradiogeländes in der vorgesehenen Größenordnung würde eine künstliche Verdopplung des Ortes bedeuten. Ein Mehrwert, welcher mit diesen monströsen Bebauung erzielt werden soll, läßt sich nicht erkennen. Im Gegenteil, die Gäste, die die Umgebung, die Natur, den Nationalpark und die wunderbare Lage direkt an der Küste zu schätzen wissen, werden unwiederbringlich ausbleiben. Damit wird ein Großteil der bisherigen Arbeitsplätze im Tourismus und der Gastronomie wegfallen. Mit der geplanten Bebauung wird weder die Jugend im Ort gehalten, noch erfolgt eine Schaffung von neuen Arbeitsplätzen, die auch außerhalb der Hauptsaison zur Verfügung stehen. Eine saisonübergreifende Auslastung ist eine reine Wunschvorstellung. Beispiele, wie leer und still es außerhalb der Hauptsaison werden wird, findet man in unmittelbare Umgebung genügend. Hinsichtlich des Hanges ist meiner Kenntnis nach bis heute nicht abschließend geklärt, wie die Sicherung endgültig umgesetzt werden kann. Eine Bebauung in der vorgesehenen Größe wird sich auch negativ auf die Hangsicherheit auswirken.

Warum nutzt die Gemeinde nicht die ihr zur Verfügung stehenden Resourcen. Was ist mit der leerstehenden Suchtklinik oder dem Kinderheim. Warum wird nicht eines dieser Häuser genutzt und wiederbelebt. Eine Physiotherapie mit rügentypischen Angeboten (z.B. Rügener Heilkreide) wäre doch vollkommen ausreichend. Ich glaube, das würden nicht nur Gäste sondern auch die Einheimischen nutzen. Ein paar, auch saisonübergreifende, Arbeitsplätzte könnten mit Sicherheit auch entstehen. Mit der derzeitgen Planung jedoch läuft die Gemeinde unwiederruflich Gefahr, dass das Ortsbild und der Ruf von Lohme nachhaltig zerstört und Millionen an öffentlichen und privaten Geldern in den Sand gesetzt werden. Am Ende wird, nachdem sämtlich Fördertöpfe ausgeschöpft sind und die Investoren ihre Taschen gefüllt und den Ort wieder verlassen haben, eine Investruine stehen, an der noch viele Generationen verzweifeln werden und die den Ort unwiederbringlich zerstört haben wird.

 

Die Bebauung lehne ich aus tiefster Überzeugung ab. Ich hoffe, die Verantwortlichen kommen ebenfalls zu dieser Erkenntnis, und das hoffentlich schnell.

 

U. Heinzmann aus Dresden

Ulrike Heinzmann

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