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Schutzstreifen für Radfahrer fragwürdig

Sicherheit im Verkehr Schutzstreifen für Radfahrer fragwürdig

Hans-Georg Reibiger aus Stralsund

Stralsund . Als Gästeführer, führe ich auch besonders Fahrradgruppen von bis zu 20 Personen. Dabei führen unsere Fahrradtouren auch durch Stralsund. Hier gab es bisher auf den klassischen, gemeinsamen Geh- und Radwegen keinerlei Probleme und da, wo es keine Radwege gibt, wurde auf die Fußgänger besonders Rücksicht genommen. Ich empfinde die Schutzstreifen als echten sicherheitstechnischen Rückschritt, der wohl eher der Kostenminimierung, denn der Sicherheit geschuldet ist. Einer Kostenminimierung geschuldet, weil so die Materialkosten für einen extra angelegten Radweg entfallen, abzüglich der Kosten für eine zusätzlich nötige Fahrbahnmarkierung der Schutzstreifen.

Ich habe in den zurückliegenden Monaten bewußt die Schutzstreifen genutzt, um zu testen, wie deren Tauglichkeit einzuschätzen ist. Auf glatter Straße begrenzen sich die Probleme vor allem auf Überholvorgänge von LKWs und Bussen. Das Unfallrisiko ist an den Knotenpunkten, wo sich die Spuren der Radfahrer, mit denen der Autofahrer schneiden ungleichen höher. Die bisher gewählte technische Ausführung ist teils nicht gut durchdacht. Das betrifft vor allem den Carl-Heydemann Ring, links Richtung Alte Richtenberger oder auch am Damaschkeweg beim Wechsel auf den linken Gehweg begleitenden Radweg. Ich würde der Stadt Stralsund vorschlagen die "Schutzstreifen" nur dort anzulegen, wo ein Radweg neben dem Gehweg aus Platzgründen nicht möglich ist. Überall sonst ist aus meiner Sicht das altbewährte System das bessere. Bei der Planung von Radverkehrsanlagen sollte die Stadtverwaltung auf Planer setzten, die sich mit den Platz- und Sicherheitsbedürfnissen von Radfahrern auch wirklich auskennen und nicht nur vorgeben das zu tun. Zusätzlich sollte die Polizei angewiesen werden, das Rechtsfahrgebot auch für Radfahrer durch zu setzen. Wo Schutzstreifen nicht zu vermeiden sind, braucht es an Kreuzungen eine gesonderte Ampelanlage mit extra Grünphasen, nur für Radfahrer. Lediglich im Bereich verkehrsberuhigter Bereiche und Dreißigerzonen kann der Radverkehr bewusst auf der Straße erfolgen. Um die Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern auf gemeinsamen Rad- Gehwegen zu entschärfen, kann man auch den Radweg zum Gehweg durch einen Hochbord (15 cm Höhenunterschied) und zur Straße durch einen Rundbord (5 cm Höhenunterschied) begrenzen. Diese Variante kann man verschiedentlich in Skandinavien sehen und ich halte sie für sehr Zielführend.

Hans-Georg Reibiger

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