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Erlebnisbesuch bei den unterbesetzten Sicherheitskräften

Mehr Polizei — aber keinen Polizeistaat Erlebnisbesuch bei den unterbesetzten Sicherheitskräften

Detlef Mühlberg aus Rostock

Rostock. Ein normaler Tag eines Bürgers bei der Polizei. Da hat man seine Geldbörse auf der IGA in Rostock verloren oder sie wurde aus der Umhängetasche gestohlen, was als wahrscheinlicher angenommen wurde. Zuerst die Geldkarte gesperrt und dann eine gründliche Nachsuche und Nachfrage. Noch einmal Revue passieren lassen, wann und wo die Geldbörse zuletzt genutzt wurde.

Nun aber ab zur Polizeiwache nach Rostock Lütten Klein, um dort den Diebstahl zu melden, damit alle Abhanden gekommenen Dokumente auch zur Fahndung ausgeschrieben werden können, nämlich wegen Verhinderung des Missbrauches. Schon am Eingang die erste Frage, ob man sich zu 100 Prozent sicher ist, dass die Geldbörse gestohlen wurde. Vielleicht doch verloren, dann sei man bei der Polizei nämlich nicht zuständig. Man liess sich nicht beirren und beharrte auf die Diebstahlvariante.

Nun durfte man in einem Raum Platz nehmen und nach kurzer Zeit kam ein anderer Polizist, der Chef (Wachleiter sage ich mal) von der ersten Kollegin. Es folgte ein Vortrag über die Zuständigkeit der Polizei bezüglich Ordnungswidrigkeiten und Straftaten (Vorbeugung wurde nicht genannt), der mit der Frage endete, mit welcher Prozentzahl denn die Wahrscheinlichkeit eines Diebstahls und eines Verlustes eingeschätzt wird. Nach einem kurzen Durchrattern der Gehirnwindungen wurden 60 Prozent für Diebstahl genannt. Ja, dann können wir eine Anzeige aufnehmen, so die Antwort. Und weiter: aber Sie müssen sehr viel Zeit haben, alle Kollegen sind draussen, weil wir viele Veranstaltungen haben. Die Nachfrage, wie lange etwa und ob er oder seine Kollegin die Anzeige nicht aufnehmen könnten, blieb unbeantwortet.

Aber dann kam der heisse Tip: setzen Sie sich doch zu Hause hin und geben Ihre Anzeige mittels Computer bei der Internetwache auf. Man hat sich artig bei unserem Freund und Helfer bedankt, der sich jetzt immerhin knapp 30 Minuten mit den Sorgen eines Bürgers beschäftigt hatte. Von einer Anzeige wurde dann letztlich abgesehen.

Am nächsten Tag lag die Geldbörse im Briefkasten des Geschädigten. Alle Dokumente waren vorhanden, nur das Bargeld fehlte. Ach ja, in der Geldbörse waren zwei Rabattkarten (Punktekarten) von fremden Personen. Allem Anschein wurden wohl noch weitere Geldbörsen gezockt und die Zocker waren nur auf Bargeld aus und gaben den Rest a la Robin Hood zurück.

Aber wen interessiert das schon, nicht einmal die Polizei......! Herzliche Grüsse und vielen Dank an den Herren Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern.

Detlef Mühlberg

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