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Es war ein schwacher Auftritt

Kanzlerin verteidigt Kurs in Flüchtlingskrise Es war ein schwacher Auftritt

Die Staatschefin wird kurz vor den Wahlen ins Staatsfernsehen eingeladen um dort ohne jeglichen politischen Gegner mit weich gewaschenen Fragen gestreichelt zu werden.

Hagen. Die Staatschefin wird kurz vor den Wahlen ins Staatsfernsehen eingeladen um dort ohne jeglichen politischen Gegner mit weich gewaschenen Fragen gestreichelt zu werden. Ganz schwacher Auftritt, unterfüttert mit den üblichen catch Phrase.

Solche Relativierungen und Beschwichtigungen empfinde ich als Verhöhnung der Opfer von Köln, Hamburg, Kiel etc. Mehr als das übliche "Wir schaffen das" und "Das wird schon!" war das auch nicht. Erstaunlich schwach von Merkel, wie auch der Redaktion von Anne Will. Ein paar mehr kritische Fragen hätten es sein dürfen.

Man muss aber auch anerkennen, dass die Moderatorin natürlich nicht die Kanzlerin bloßstellen bzw. in die Ecke drängen kann, auch wenn sich das vielleicht manch einer gewünscht hätte. Merkel hat innerhalb ihrer Überzeugung durchaus nachvollziehbar argumentiert. Durch ihr Eingeständnis, dass sie keinen Alternativplan verfolgt, hat sie ihr politisches Überleben aber von der erfolgreichen Umsetzung ihrer Überzeugung abhängig gemacht, auch wenn sie das nicht explizit gesagt hat. Momentan sieht es nicht danach aus, als würde die Realität ihrer Überzeugung entsprechen. Bei einem Fehlschlag muss sie eigentlich zurücktreten.

Wahrscheinlich wird es aber eher so kommen, dass die Flüchtlingszahlen aufgrund der nationalen Maßnahmen im Rest Europas deutlich sinken, das Thema daher an Schärfe verliert und Merkel es trotz ihres Scheiterns daher einfach aussitzen kann. Das nötigt einen schon irgendwie angewiderte Bewunderung ab.

 



Klaus Seegert

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