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Klar, üppige Pensionen!

Alle sollen zahlen - auch die Beamten Klar, üppige Pensionen!

Benno Thiel aus Rostock

Rostock. Es wäre hilfreicher, wenn sich nur Personen zur Rente äußern würden, die etwas davon verstehen. Deutschland ist das einzige Land in Europa, in dem nicht alle Bürger in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind. Politiker und Beamte haben für sich selbst eigene, sehr viel bessere Regelungen zur Altersversorgung geschaffen, kraft eigenen Amtes, als für ihre Zahler. Leicht zu erkennen bei der Gegenüberstellung Renten- Pensionen:

Gesetzl.Renten (beitragsabhängig) - Mindest-Rente: 0 EUR Durchschn.Rente: 1.033 EUR Standard-Rente (45 Jahre Durchschn.Verdienst): 1.263 EUR Maximal-Rente (45 Jahre Höchstbeitrag): 2.313 EUR Beamten-Pensionen (je Jahr 1,79375 Prozent, bis 71,75 Prozent vom letzten Brutto) Mindest-Pension: 1.500 EUR !!

Durchschnitts-Pension (A10): 2.500 EUR Pension A13: 3.487 EUR Hoechst-Pension A16: 4.771 EUR Von der Mindestpension der Beamten können viele Rentner nur träumen! Das die Pensionszahlungen bei der Berechnung der Gehälter berücksichtigt werden, zählt seit Jahren zu den Märchen, um die kostenlose Luxusversorgung zu begründen, ein Gehaltsvergleich belegt dies leicht!

Zudem wird anscheinend immer noch nicht verstanden, dass die gesetzl. Rentenversicherung nicht staatlich ist, der Staat zahlt keine Renten! Es ist eine Einrichtung öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung. Diese speist sich aus den Löhnen der Versicherten. In diese müssten auch Beamte einzahlen, anstatt vom Steuerzahler kostenlos alimentiert zu werden. Die als „Bundeszuschüsse“ deklarierten Zahlungen werden allein für die Renten nicht gebraucht, damit finanziert der Finanzminister seinen Schattenhaushalt für allgemeinstaatliche Aufgaben, die er ohne GRV offen legen müsste. Beispiel „Mütterrente“, deren Finanzierung allein die GRV-Beitragszahler schultern müssen, von der aber auch die Professoren- oder Architektengattin profitiert.

Deutsche Rentenversicherung am 7.5.2012:

26,8 Prozent der Rentenversicherungs-Ausgaben sind versicherungsfremd!!!!

Diese Erstattungen („Bundeszuschüsse“) haben bislang noch in keinem Jahr bis zum heutigen Tage ausgereicht, die herausgenommenen immensen Milliardensummen voll zu erstatten. Der milliardenschwere Rest wurde und wird allein den Beitragszahlern aufgebürdet, so dass man hier durchaus von einer verdeckten Sondersteuer sprechen darf.

Ob Sie es glauben oder nicht: In Deutschland hat ein Rentner mit durchschnittlicher Erwerbsbiografie, der im Jahr 2013 in Rente ging, 1050 Euro im Monat (12.600 im Jahr), in Österreich 1560 Euro im Monat und das nicht nur zwölf, sondern 14mal (21.840 Euro im Jahr). Welch ein Skandal!

Rentenerhöhungen waren in den letzten 14 Jahren prozentual nur ca. halb so hoch wie die Inflation, Einkommenserhöhungen der versicherungspflichtig Beschäftigten, der Beamten und Politiker. Die Renten stagnieren also weiterhin! Wie viel Tonnen Sand sind in die Augen der Bevölkerung gekippt worden, damit die absurden Behauptung so unwidersprochen bleiben?

Und für wen wird das Ganze betrieben? Auf den Kapitalkonten der Versicherungen in Deutschland liegen derzeit rund 850 Milliarden EUR aus Rentenversicherungsbeiträgen. Das liegt da nicht nur rum, es wird angelegt und wirft für die Versicherungskonzerne Milliarden-Profite ab. Jahr für Jahr – die zweifelhaften Ergebnisse der Anlageaktivitäten erreichen die Sparer aber erst in einigen Jahrzehnten. Also keine „Neiddiskussion“, sondern traurige Wahrheit!

Benno Thiel

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