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Mehr Musiklehrer für MV

Pädagogen-Nachwuchs fehlt Mehr Musiklehrer für MV

Karin Herfort aus Gützkow

Gützkow. Hier spielt die Musik!

Einer der Standardsprüche eines Lehrers, sobald ein Schüler mit den Gedanken woanders war. Der Alltag geprägt von desinteressierten, übermüdeten oder frechen Schülern, anstrengenden oder gestressten Kollegen und auf dem Schreibtisch ein Stapel mehr oder weniger gelungener Arbeiten, die noch zu korrigieren sind.

So ist es nicht verwunderlich, dass sich viele junge Menschen gegen den Beruf des Lehrers entscheiden und man mittlerweile den Lehrer als aussterbende Art bezeichnen könnte. Doch selbst wenn sich ein Abiturient für das Lehramtsstudium interessiert, schmälert die Furcht vor der Studieneignungsprüfung für viele Fächer die Motivation. Besonders betroffen ist hierbei der Studiengang Lehramt für Musik. So belegen nur 23 Prozent der Studierenden in den Studiengängen für Musikberufe im Wintersemester 2015 das Fach Lehramt für Musik. Tendenz fallend.

Zukunftsmusik

Doch gerade die Musik hat einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes. Sie fördert die Kreativität, das Denken in Zusammenhängen sowie das Körpergefühl, was sich wiederum auf die individuelle Entwicklung des Nachwuchses auswirkt.

Somit hat der Musiklehrer eine große Verantwortung: er muss Freude an Musik vermitteln. Liedkontrollen sollten kein Grund für Schüler sein, in der Frühe Krankheit zu simulieren. Auch Musikgeschichte und Theorie müssen aufbereitet und so vermittelt werden, dass nicht nach den ersten zehn Minuten bereits der Großteil der Klasse mit den Gedanken abschweift oder die Erlebnisse des Nachbarn am vergangenem Wochenende von größerem Interesse sind.

Was brauchen wir also? Engagierte und leidenschaftliche Musiklehrer. Nicht nur fachlich kompetent, mit einem großen Wissensschatz ausgestattet, sondern auch in pädagogischer Hinsicht geschult. Ein sinnvoll gestalteter und gut geplanter Unterricht darf hier nicht fehlen, ebenso wichtig ist die Fähigkeit auf die Bedürfnisse der Schüler verschiedenster Altersstufen eingehen zu können. Doch genau diese Menschen könnten in Zukunft fehlen. Bedeutendster Grund dafür sind die enorm hohen Anforderungen in den Aufnahmeprüfungen der Hochschulen. Die hohen Erwartungen und die nötige intensive Vorbereitung auf solch eine Prüfung schrecken viele junge Musiker bereits Jahre vor dem möglichen Studienbeginn ab. Die gewünschte Bewerbung bleibt dann aus.

HMT Rostock schlägt anderen Ton an


Die sinkende Zahl von Musiklehrern veranlasste das Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommern sich mit der Hochschule für Musik und Theater Rostock an einen Tisch zu setzen. Durch finanzielle Förderungen des Landes kann die Musikhochschule nun mehr Plätze für das Lehramtsstudium Musik anbieten. Dadurch senken sich auch die Anforderungen der Eignungsprüfung, deren Bestehen Vorrausetzung ist, um ein Studium an der HMT aufzunehmen. Damit soll dem absehbaren Lehrermangel entgegengewirkt und jedem Kind eine gute musikalische Grundausbildung gewährleistet werden. Dies birgt jedoch das Risiko, dass das generelle Niveau und auch die Fachkompetenz der Musiklehrer im Studium gesenkt werden. Die Ausbildung darf aber nicht unter den geringeren fachlichen Anforderungen bei der Aufnahmeprüfung leiden. Es sollte daher weiterhin sichergestellt werden, dass Defizite sofort aufgeholt werden. Die Prüfung bietet die Chance, die Bewerber fachlich einzuschätzen und daraus einen individuellen Studienplan zu erstellen, als sie auf Grundlage ihrer musikalischen Fähigkeiten möglichst schnell auszusortieren und auf wenige exzellente Musiker zu reduzieren. Denn nicht jeder fachlich Hochqualifizierte ist aus pädagogischer bzw. sozialer Sicht geeignet für den Beruf des Musiklehrers. Hier sollte also die Devise sein: Wenn man Potential und Lernbereitschaft zeigt und ein gewisses Maß an musikalischem Vorwissen mitbringt, sollte dem Studium nichts im Wege stehen. Interessenten, die im Vorfeld fachlich noch nicht ganz auf der Höhe des erwarteten Leistungsstands sind, könnten motiviert sein, es doch einfach einmal zu versuchen.

Karin Herfort

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