Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 12 ° Gewitter

Navigation:
Warum man zur Wahl gehen sollte

Chance auf Mitbestimmung nutzen Warum man zur Wahl gehen sollte

Karin Herfort aus Gützkow

Gützkow. Die Niederlande machen es vor: über 80 Prozent Wahlbeteiligung bei ihrer Parlamentswahl und somit eine Steigerung um 6 Prozent im Vergleich zur vorherigen Wahl im Jahr 2012. Dagegen lag die Wahlbeteiligung bei den letzten beiden Bundestagswahlen in Deutschland jeweils nur knapp über 70 Prozent, bei regionalen Abstimmungen ist die Beteiligung normalerweise noch geringer. Doch woran liegt das?

Schließlich tangiert die Politik jeden Bürger, die Chance auf Mitbestimmung ist dementsprechend wertvoll. Dennoch nehmen Millionen Menschen ihr Wahlrecht nicht wahr.

Aus einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung geht hervor, dass sich über 60 Prozent der Nichtwähler trotzdem sehr für das politische Geschehen interessieren, jedoch seien nur 21 Prozent auch mit diesem zufrieden. Hauptgründe hierfür sind laut statista.com, dass Politiker eigene Interessen verfolgen, die Entscheidung für eine Partei zu schwierig ist oder keine Partei die eigenen Interessen vertritt. Diese Gründe zeigen, dass sich die Betroffenen mindestens oberflächlich mit den Optionen auseinandergesetzt haben und theoretisch zu politscher Teilnahme überzeugt werden könnten.

Wenn Politiker nun mehr auf potentielle Wähler zugehen oder allgemein ihre Politik anpassen und so den Abstand zur Bevölkerung, der für viele spürbar scheint, würde die Wahlbeteiligung sicherlich wieder steigen. Die allgemeine Wahrnehmung der Politik könnte so verbessert werden.

Eine höhere Wahlbeteiligung und eine intensivere Auseinandersetzung mit den Parteien würde die Qualität von Wahlen, dem politischen Diskurs, aber auch der Politik an sich erhöhen, da mehr Wähler zu erreichen wären und dies die Volksvertreter dazu bewegen würde, sich der Bevölkerung weiter anzunähern und sich mehr für ihre Interessen einzusetzen.

Gehen Politiker und Wähler nun immer weiter aufeinander zu, sind vielleicht irgendwann einmal wieder Wahlbeteiligungen von über 90 Prozent wie zur Bundestagswahl 1972 möglich. Vielleicht reicht auch einfach gutes Wetter, wie es in den Niederlanden der Fall war. Vielleicht.

Sicher ist nur: In einer Welt von Populisten auf das Beste zu hoffen reicht nicht, man muss selbst aktiv werden und wählen gehen.

Karin Herfort

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Faktencheck
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan spricht bei einer Kundgebung in Istanbul zu Unterstützern.

Die AKP von Präsident Erdogan rührt kräftig die Werbetrommel für dessen Präsidialsystem - und preist die geplante Reform als Fortschritt an. Was ist dran an ihren Wahlversprechen?

mehr
Mehr aus Politik-Leserbriefe
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Umfrage, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Umfragen" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Umfragen“ 2015-09-23 de MEINUNG Aktuelle Umfrage Ihre Meinung zählt: Geben Sie ein Votum ab zu aktuellen Themen aus Politik, Wirt- schaft und anderen Gebieten. Alle Umfragen auf einen Blick finden Sie hier.