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Untragbares Amt

Befremdliche Vorgehensweise der Ordnungshüter in den Kaiserbädern Untragbares Amt

Michael Fischer aus Oersdorf

Oersdorf. Nach ordnungsgemäßen Abstellen unseres Fahrzeuges, wurden wir vermutlich von Herrn Knüppel vom Ordnungsamt gleich "standesgemäß" begrüßt. Leider wollte sich der Herr nicht ausweisen. Kein: "Hallo sind sie eben angekommen?" (Schön das sie da sind..) Auch nicht: Sie sind sehr spät, sie können erst mal hier stehen, was essen, aber versuchen sie es dann mal auf dem - oder dem Stellplatz. Auch nicht: Kommen sie morgen in das Rathaus da haben wir Informationsmaterial. Nichteinmal ein ehrlicher Hinweis wie: Die Gemeinde möchte solche Touristen hier nicht. Nein dafür reichte die Kinderstube des Mitarbeiters des Ordnungsamtes nicht. Offensichtlich sind Freundlichkeit und Bürgernähe auch nicht Bestandteil der Erwartung des Bürgermeisters an seinen Mitarbeiter.

Stattdessen tönt es militärisch über den Parkplatz: HALLO KOMMEN SIE MAL HER! HIER KÖNNEN SIE NICHT STEHENBLEIBEN, SIE MÜSSEN HIER WEG!

Das unglaubliche, der Mann war im Privatfahrzeug auf dem Weg nach hause, also im verdienten Feierabend! Sicher kennen die älteren unter uns noch solchen Übermut und verfehlten Eifer aus DDR Zeiten?

Ich habe durchaus Verständnis für Politessen, die sogar richtig parkende Fahrzeuge aufschreiben, um ihre Quote zu erfüllen, damit sie ihren Job nicht verlieren, weil Parkraumbewirtschaftung unlängst nicht mehr der Regelung des stehenden Verkehrs dient, -sondern die Gelder fester Bestandteil der Finanzierung vieler Gemeinden sind.

Aber dies in Heringsdorf bis Bansin hat eine andere, eine neue Qualität. Meine Kinder waren völlig verunsichert und hatten Angst, wollten einfach nur weg.

Dabei standen wir mit unserem Fahrzeug immer noch absolut ordnungsgemäß. Statt an der Promenade etwas zu essen und Geld auszugeben, hatte ich plötzlich nur noch verängstigte Kinder zu betreuen.

Was ist diese Person vom Ordnungsamt für ein Aushängeschild für die Gemeinde? Was für ein Bürgermeister lässt so etwas auf die Bürger los?

Am nächsten Tag dann im Aug. 2016 wurde unser Fahrzeug in Bansin hinter dem Ortsausgang Richtung Forsthaus abgeschleppt. Die Beschilderung suggeriert ein Halteverbot im Bereich der Einfahrt in die Sackgasse, sowie im Kurvenbereich danach. Was sich schlüssig mit der Engstelle deckt. Weiter gibt es keine eindeutigen Schilder im Bereich wo wir parkten. Offensichtlich eine Falle, um Leute nur abzukassieren. Unser Fahrzeug behinderte nicht den Verkehr, dennoch wurde unser Fahrzeug als erstes in der Straße abgeschleppt. Also völlig unverhältnismäßig und das obwohl weitere ca. 20 Fahrzeuge eindeutig im absoluten Halteverbot abgestellt waren, bzw. sogar weit in die Fahrspur geparkt waren. Dennoch wurde unserer Fahrzeug als erstes ausgewählt. Hier konnte sich der Mitarbeiter des Ordungsamtes nach seiner Entgleisung vom Vortag wohl nicht einkriegen uns eine Lektion zu erteilen.

Ausweisen wollte sich der Herr wieder nicht. Der Herr fühlt sich offensichtlich derart realitätsfern im Recht und nur dem Geldbeutel oder den Erwartungen seines Bürgermeisters verpflichtet, das ihm die unzureichende Beschilderung und jede Verhältnismäßigkeit entgeht. Als ihm mein Sohn auf die Beschilderung anspricht, hält der Mitarbeiter vom Ordungsamt meinem Sohn mehrfach die Tür seines Dienstwages auf und sagt zu meinem Sohn er solle einsteigen, er (der Mitarbeiter vom Ordnungsamt) würde ihm das Verkehrsschild zeigen. Das erinnert mich irgendwie an den bösen Onkel der mit Schokolade kleine Kinder in sein Auto lockt um ihnen etwas schönes zu zeigen. Schon sehr befremdlich dieses Verhalten...

In jeder seriösen Gemeinde sind Halteverbotsschilder sichtbar, einfach um Missverständnisse zu vermeiden.

Die abzuschleppenden Fahrzeuge wurden eindeutig selektiert.

Wie mir zugetragen wurde, möchte man gewisse Leute wie "billig-Touristen" fernhalten. Was schlüssig das Verhalten des Mitarbeiters vom Ordnungsamt erklärt. So werden solche Fahrzeuge von unerwünschten Touristen wie uns mit mehreren Kindern dann offensichtlich vorzugsweise zuerst abgeschleppt.

Mann könnte ja auch in dem Bereich, wie schon stellenweise vorhanden, bauliche Maßnahmen anwenden um den Eindruck zu vermeiden, hier dürfe man Fahrzeuge abstellen.

So liegen teilweise Baumstämme neben der Straße, die ein Ausweichen vor dem Gegenverkehr erlauben, aber ein Parken verhindern. Man könnte auch eine eindeutige Beschilderung installieren. Aber beides kostet Geld, was wohl nicht im Interesse des Bürgermeisters liegt, denn so wie jetzt verdient man auf perfide Weise Geld.

Ein derart unglaubliches Verhalten in einem Urlaubsort ist mir im Leben noch nicht untergekommen.

Offensichtlich setzt man von Heringsdorf bis Bansin auf Rollator-Tourismus und möchte eine hochpreisige Rentner-Klientel vor zu viel Lebensfreude bewahren.

Ich hätte jeden aus dem Rathaus Heringsdorf mal dies bedrückende Gefühl gegönnt, wenn einem von "Grenzern der DDR" der Wagen zerlegt wird, nur weil man mehr Stempel im Reisepaß hatte als andere.

Meine Kinder fragten mich schon öfters, Papa wie war die DDR?

Nachdem meine verängstigten Kinder mir mitteilten: "Wir möchten hier weg!", konnte ich ihnen die Antwort geben: So Kinder war die DDR, wenn Menschen wegen ihres Aussehen, Verhalten oder Meinung keine Hilfe oder Toleranz erfahren, sondern nur Schikane, und jeder Grund wie erfunden auch immer mit Freude zur eigenen Profilierung oder nur Befriedigung genutzt wird, um an Geld (damals Devisen) zu kommen oder einfach nur so zum Spaß.

Schon etwas peinlich wenn man vorgibt sich für Pflegekinder und Flüchtlinge einzusetzen, aber nicht einmal mit seinesgleichen klarkommt.

Michael Fischer

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