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Stigmatisierte Knipser, stigmatisierte Raucher usw.

Dubiose Fotografin sorgt für Wirbel beim Kinderkarneval Stigmatisierte Knipser, stigmatisierte Raucher usw.

Peter Sattler aus Ribnitz-Damgarten

Ribnitz-Damgarten. Wir sind auf dem Weg in eine Gesellschaft der Moral-Apostel und Sittenwächter. Oder? Apostel, die das Verhalten von Menschen kritisieren, aber selber nicht viel besser sind. Wie sagt ein bekanntes Sprichwort? "Die größten Kritiker der Elche, waren früher selber welche..."

Heute ist man sich schon feindlichen Blicken ausgesetzt, wenn man per Kamera Bäume und Parks ablichtet, man darf Kinder nicht mehr den Weg zur Schule weisen, ohne gleich als Sittenstrolch die Polizei auf den Plan zu rufen, man darf bzw. sollte keine Erste Hilfe leisten, weil man sonst unversehens Angeklagter in einer Strafsache wird (Schadenersatz), man darf kein Rettungssanitäter auf dem Weg zum Einsatzort sein, weil man sonst der Drängelei und Nötigung bezichtigt, ein Strafverfahren am Hals hat. Man darf nicht einmal in der eigenen Wohnung ungehindert qualmen, weil es den Hausfrieden stört. Das die Sittenwächter vielleicht selber miefen, bekommen sie kaum mit, weil sie selber in dem Mief leben. Was ist besser? Sollte es vielleicht im Hausflur nach nassen Hund riechen? Nach Schweißsocken? Nach Kohlsuppe und Bohnerwachs? Schön spießig? Da gibt es auch Zeitgenossen, die sich z.B. über ruhestörenden Lärm beschweren, den eigenen Lärm aber nicht wahrnehmen. Woran mag dies liegen?

Irgendwann sind wir von moralischen Zwängen so eingekesselt und gefesselt, daß wir alle im Gleichschritt am Blockwart vorbei defilieren und sofort einen saftigen Denkzettel kassieren, weil die Schuhe nicht glänzen oder die Haare ungekämmt sind. Willkommen in der schönen neuen Welt.

Zu Herrn Frahm: Finden Sie nicht auch, daß es für Kinderglotzer und gut situierte Mißbraucher wesentlich ungefährlichere Wege gibt, sich mit solchen Materialien zu versorgen? Wege, zu denen die Polizei keinen Zugang hat? Kinderporno-Netzwerke werden wohl sicherlich nicht den Weg der Öffentlichkeit wählen, um Ihr Dreckzeug an den Kunden zu bringen. Wer dies aber doch - wie im Fall Edathy tut, ist entweder reichlich naiv oder sicher, daß er nicht gefaßt und belangt wird. Wobei es nicht einmal erwiesen ist, ob es sich hierbei tatsächlich um Kinderpornos gehandelt hat. Wo hört Kunst auf - wo beginnt das Pornohafte? Wer zieht die Grenzen? Für manche spießigen Elche sind sogar badende Kinder am Baggersee Kinderpornos in Reinkultur und der knipsende Vater ein Sittenstrolch. Extra dafür wurden kürzlich sogar Gesetze geändert.

Einigen Leuten hier dürfte der Fall Marc Dutreaux noch in lebhafter Erinnerung sein. Auch dort waren Kunden aus hohen und höchsten Kreisen Täter, die nie dafür belangt wurden. Oder kürzlich die Serie von Kinder- und Frauenvergewaltigungen in England, die jahrelang ignoriert wurden und wo ebenfalls die Täter und Kunden straffrei ausgingen, weil sie in hohen und höchsten Kreisen verkehrten. Solche Kreise verfügen über technisches KnowHow, gegen daß die Technik der Polizei, deren Mittel und Methoden wie Lummerland aussehen. Denken Sie mal an den sog. "Sachsensumpf". Die investigativ recherchierenden Reporter wurden inhaftiert, weil sie einigen hohen Elchen auf die Plattfüße traten. Nicht einmal die hochgelobte und vehement geforderte Vorratsdatenspeicherung hat zur Aufklärung oder gar Verhinderung solcher Vorgänge beigetragen.

Angesichts all dessen sind wohl hüpfende und jubelnde Kinder in einem Karnevalsraum in einer gewissen Öffentlichkeit, in der das Knipsen vielleicht alle anderen Absichten verfolgen kann, als ausgerechnet notgeile Oldies zu animieren. Das hätten die Täter - wenn sie denn welche sind - wesentlich billiger haben können. Handys - Smartphones sind heute so klein, daß man damit sogar auf Firmenkonferenzen Ton- und Bildaufnahmen machen kann, ohne erwischt zu werden. Und der Schluß dieser Aufregung? Sie meinen, Zitat: „Nur die Veröffentlichung ist laut Gesetz strafbar – nicht das Fotografieren selbst.“

Ahso? Was meint denn die BILD dazu? Die wiederholt und ohne Erlaubnis zu haben, Persönlichkeitsrechte verletzt und sich dazu Materialien z.B. aus den Fotogalerien von FaceOff bedient? Vor dem Gesetz sind wir alle angeblich gleich. Aber es gibt Leute und Elche, die gleicher sind. Unfassbar...

 



Peter Sattler

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