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Warum ich die AFD nicht gewählt habe

Zum Leserbrief: Warum ich die AFD gewählt habe Warum ich die AFD nicht gewählt habe

Kurt Nägele aus Wismar

Wismar. Es ist für mich kaum nachvollziehbar, wie man aus den im Leserbrief "Warum ich die AFD gewählt habe" dargestellten Gründen eine menschenverachtende Partei wie die AFD wählen kann. Das ist meine Meinung, warum ich die AFD nicht gewählt habe.

Es wurden und es wird auch in Zukunft immer wieder Entscheidungen seitens der Politik geben, die im Nachhinein so nicht hätten passieren dürfen und die es zu ändern gilt. Da wir aber glüchlicherweise in einer Demokratie leben und jeder seine Meinung und seinen Glauben frei äußern kann und leben darf wie er möchte, liegt es an jedem selbst, was er daraus macht. Natürlich steht es einem auch zu, auf gewisse Fehlentwicklungen in der Gesellschaft hinzuweisen. Wer nun aber glaubt, man würde mit einer rechtspopulistischen Partei wie der AFD in eine bessere Zukunft schauen, der fällt auf einfachste, dumme Hetze und Sprücheklopferei rein.

Andere Menschen - z. B. Politiker, Flüchtlinge, Homosexuelle etc. - für die eigene Unzufriedenheit heranzuziehen ist natürlich der einfachste Weg. Denn Schuld haben ja immer die Anderen. Da kommt es einem natürlich sehr gelegen, wenn Menschen wie ein Herr Gauweiler mit ihren kruden Sprüchen und rechtem Gedankengut diese eigene Unzufriedenheit und Angst aufgreifen und ausschlachten, ohne wirkliche Lösungen anzubieten.

Wollen wir denn wirklich stolz sein auf die "Leistungen" der Wehrmacht und des deutschen Volkes im zweiten Weltkrieg, die europäische Union, den Euro abschaffen, zurück zum Nationalismus? Wollen wir unsere Grenzen für Flüchtlinge ganz schließen und den Schießbefehl auf Menschen in Not einführen, denen erst der Wohlstand der Industrienationen - also auch unserer - diese Situation eingebrockt hat?

Wollen wir die Erfassung von Homosexuellen und anderen nicht "normalen" (was immer das auch ist), Deutschland nur für den "Deutschen"? Ist denn nicht gerade die Vielfalt das, was das Leben ausmacht? Ich für meine Person bin glücklich in einer offenen multikulturellen Gesellschaft zu leben, die es mir ermöglicht, mein eigenes Leben in die Hand zu nehmen und etwas daraus zu machen und ich kann nur jedem Menschen empfehlen, stellen Sie sich Ihren Ängsten und gehen Sie auf den Anderen zu und interessieren sie sich für ihn. Sie werden sehen, er beißt nicht.

Kurt Nägele

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