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Kormorane auf der Abschussliste Ablehen

Andrea Wolff aus Graal Müritz

Graal Müritz. Und wieder gibt es um die Komoran-Bestände in Deutschland eine hitzige Debatte. Fischereiindustrie gegen Naturschutz. Und wieder wird nicht über alternative Regulierungsmöglichkeiten nachgedacht.

Ist der Komoran wirklich die Ursache für die sinkenden Fischbestände oder ist daran nicht primär die Gewässerverschmutzung und -verbauung schuld? Stimmt es wirklich, dass der Komoran 500 Gramm Fisch pro Tag frisst? Nach neusten Erkenntnissen wurde diese Menge auf 300 Gramm reduziert, nur während der Brutzeit steigt der Konsum auf 500 Gramm Fisch pro Tag an.

Der Komoran war in den 1970er Jahren durch Bejagung fast ausgerottet und erholte sich nur langsam. Heute hat er einen maximalen Stand erreicht, der aber nun relativ gleich bleibt. Dies belegen Zählungen der letzten Jahre: In vielen Bundesländern ist der Gesamtbestand ab 1995 kaum noch angewachsen und hat seit Anfang 2000 bundesweit ein stabiles Maximum erreicht.

Auch für das Artensterben einzelner Fischarten wird der Kormoran verantwortlich gemacht. Aber sind denn nicht auch in den Jahren mit sehr niedrigen Kormoranbeständen Fischarten bedroht gewesen und ist das denn nicht eher auf eine Misswirtschaft bei der Fischereiindustrie zurückzuführen oder auf die stetige Erwärmung der Gewässer?

In Anbetracht dieser Überlegungen ist es also sehr fragwürdig, den Kormoran als alleinige Ursache für schwindende Fischbestände anzusehen. Der Abschuss dieser schönen Tiere löst zum Beispiel weder das Problem der Überfischung noch der Gewässerverschmutzung und ist deshalb abzulehnen.

Andrea Wolff

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