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Den Geflügelhaltern die Entscheidung überlassen

Drei Monate Vogelgrippe: Unmut über Stallpflicht wächst Den Geflügelhaltern die Entscheidung überlassen

Kirstin Zoller aus Raa-Besenbek

Raa-Besenbek. Drei Monate Stallpflicht - und trotzdem infizieren sich immer wieder abgeschottete Massentierbestände und es werden immer wieder infizierte Wildvögel gefunden. Die pauschale Stallpflicht scheint also nichts verhindert zu haben.

Warum also überlässt man nicht den Geflügelhaltern selbst die Entscheidung, ob sie lieber aufstallen oder nicht? Kein verantwortungsbewusster Tierbesitzer wird fahrlässig das Leben seiner Tiere aufs Spiel setzen. Aber die Tierbesitzer vor Ort können in der Regel deutlich besser beurteilen, was für ihre Tiere in der jeweiligen Situation gerade sinnvoller ist.

Mein Hausgeflügel benötigt zurzeit dringender, als den Schutz vor dem Virus, den Schutz vor der Aufstallpflicht, denn die Tiere leiden darunter unendlich. Statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich meine zehn Hühner im Freiland infizieren, im Promillebereich zu suchen. Dass meine Hühner an der endlosen Stallpflicht hingegen massiv Schaden nehmen, diese Wahrscheinlichkeit liegt im oberen zweistelligen Prozentbereich (den Schaden sehe ich nämlich jetzt schon täglich).

Wie ich in der Presse las, sind bereits viele Tiere in Zoos und privaten Haltungen an den Folgen der Stallpflicht und der Verordnung (nicht des Virus!) verendet. Das private Hausgeflügel und Zootiere sind standortgebunden. Wenn sie sterben, dann im eigenen Hof. Im Gegensatz zu infizierten Wildvögeln, die überall hinfliegen. Welche Gefahr also ginge für die abgeschotteten Massentierhaltungen aus, von meinem Huhn auf meinem Land? Zumal Hühner ja innerhalb von ca ein bis zwei Tagen verenden sollen, wenn sie infiziert sind. Das Risiko einer Infektion bedeutet für das Huhn im Ernstfall vergleichsweise kurzes Leid.

Die Stallpflicht hat jetzt schon zu dreimonatigem Leid geführt, und so manches Tier ist sehr langsam und elendig daran zu Grunde gegangen. Es kann doch einfach nicht sein, dass all die privaten und Freilandhaltungen durch absolut unartgerechte Haltung dafür büßen müssen, dass die geschlossenen Massenhaltungen ihre Biosicherheitsmaßnahmen nicht in den Griff bekommen.

Kirstin Zoller

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