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Zum Artikel „Heinkel, ein umstrittener Warnemünder“ vom 11./12.02.2017

Rostock Zum Artikel „Heinkel, ein umstrittener Warnemünder“ vom 11./12.02.2017

M. Riedel aus Rostock

Rostock. Ob angesichts einer bereits im Jahr 1942 zerstörten Stadt Rostock die Nachfahren der vielen Opfer der Bombenangriffe und die der tausenden, schutzlosen und ausgebeuteten Zwangsarbeiter auch Heinkel als einen Segen für die Stadt betrachten, wage ich zu bezweifeln. Ein bedeutsamer Rüstungsbetrieb mitten in einer Stadt kann im Krieg auch die Stadt zum Ziel machen.
Der Beitrag „Heinkel-Mauer vor Abriss“ regte viele Einwohner der Stadt auf. Der Artikel „Diese Mauer spaltet Rostock“ war inhaltlich ausgewogener, aber nicht die „Mauer“ spaltet Rostock, sondern der Umgang mit dem Denkmal Heinkel-Wand! Und nun dieser Heinkel-Beitrag? Es ist doch an der Zeit, die Diskussion auf eine sachliche Ebenen zurückzuführen. Der finanzielle Aspekt überlagert die Auseinandersetzung. Aber stimmen die veranschlagten Kosten von 2,1 Mio. wirklich oder wurde dort „absichtlich“ überhöht gerechnet? Wurde bei dieser wirtschaftlichen Interessenlage wirklich neutral gehandelt? Hier sollte doch die hinterfragende Arbeit der Journalisten beginnen – und dann uns Lesern im Ergebnis einen fachlich fundierten, unvoreingenommen und spannenden Beitrag liefern, der der Wahrheit nahekommt. Und eines noch: Ein einfaches Hinweisschild an der im Jahr 2015 in Warnemünde für 2,5 Mio. sanierten Heinkel-Villa wird der Bedeutung der Aufgabenstellung keinesfalls gerecht. Angesichts der Größe der Schuld, des Leids, der Kriegsschäden und vielleicht auch der technologischen Leistungen der vielen Heinkel-Arbeiter ist doch diese einmalige, noch vollständig erhaltenen Wand am historischen Ort gerade groß genug. Sicher rettet ein Schleudersitz Menschenleben, aber damals hatte er die Aufgabe, den Kampfpiloten für den nächsten Bombeneinsatz zu retten. Das sollte in der Bewertung nicht vergessen werden. Wir müssen endlich dazu übergehen, Lösungen für den Erhalt des Denkmals, die Spätfolgen der Existenz eines Rüstungsbetriebes mitten in der Stadt Rostock einschließlich der Person Heinkel und dem neuen schönen Wohngebiet zu suchen. Dazu ist es erforderlich, dass die Stadt Rostock den Abrissantrag beim Bauministerium sofort zurückzieht.

M. Riedel

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