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Zum Gastkommentar der Rektorin der Greifswalder Universität Prof. Johanna Weber

Ahrenshoop Zum Gastkommentar der Rektorin der Greifswalder Universität Prof. Johanna Weber

Alfried Nehring aus Ahrenshoop

Ahrenshoop. Die Tilgung des Namenszusatzes „Ernst Moritz Arndt“ als Ausdruck „andauernder Innovation“ an der Greifswalder Universität zu deklarieren, ist ein zeittypisches Bespiel für eine gruppendynamische Profilierungssucht und wird dem Ansehen von Greifswald großen Schaden zufügen. Natürlich sind die antisemitischen Äußerungen von Ernst Moritz Arndt heute unerträglich. Aber er hat sie vor mehr als 200 Jahren getan. Auch damals waren sie falsch, aber sein Mut als deutscher Patriot und sein Einsatz für ein demokratisches Deutschland wiegen weit schwerer. Soll demnächst auch das Bayreuther Festspielhaus geschlossen werden, weil sich Richard Wagner aus Konkurrenzneid gegen seinen jüdischen Rivalen Giacomo Meyerbeer zu einer infamen Hetze gegen das Judentum in Deutschland hinreißen ließ? Er ist und bleibt einer der größten Komponisten Deutschlands und der Welt, mit dem inzwischen auch Israel seinen Frieden gemacht hat. Wann fordert Frau Professor Weber ihren Amtskollegen an der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg auf, dem „innovativen“ Beispiel von Greifswald zu folgen und Martin Luther als Namenszusatz dort ebenfalls zu tilgen, denn von ihm gibt es weit drastischere antisemitische Äußerungen als von Ernst Moritz Arndt. Die Bilderstürmerei an der Greifswalder Universität gegenüber ihrem Namenspatron kann durchaus dazu beitragen, dem in Deutschland auch heute vorhandenen Antisemitismus neue Nahrung zu geben. Hat man sich an der Greifswalder Universität wirklich nicht gefragt, wem dieser unerträgliche Vorgang am Ende in die Hände spielt?

Alfried Nehring

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Greifswald
Dieses Foto mit Eisstrukturen am Kooser See – aufgenommen im Januar 2017 – schickte uns OZ-Leser Wolfgang Schielke. Eingefügt hat er ein Gedicht von Ernst Moritz Arndt (1769-1860). „Von mir ein stiller Gruß an den verehrten Namenspatron meiner früheren Universität“, schreibt Schielke, der von 1974 bis 1979 an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald studiert hat.

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