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Dem Klimakiller im Moor auf der Spur

Rostock Dem Klimakiller im Moor auf der Spur

Forscher wollen Lebensräume erhalten

Rostock. Welches Moor-Gas schädigt die Umwelt mehr: Methan? Oder Kohlendioxid? „Es ist Lachgas, das 300 Mal klimaschädlicher ist als Kohlendioxid“, sagt Prof. Nicole Wrage-Mönnig (43) von der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock. Die Expertin für Grünland und Futterbauwissenschaften erforscht gemeinsam mit Kollegen der Uni Rostock und der Uni Greifswald die Entwicklung von Moor-, Feucht- und Küstenstandorten in Mecklenburg-Vorpommern. „13 Prozent der Fläche des Landes sind von Mooren und Feuchtgebieten bedeckt“, berichtet die Forscherin. Im interdisziplinären Verbundprojekt „Wetscapes“ würden seit dem 1. Januar die Produktion und der Abbau von Biomasse in verschiedenen Moortypen untersucht. Hintergrund: „Viele Standorte sind entwässert worden. Dadurch trocknet der Moorkörper aus, wird durch Mikroorganismen zersetzt – und die darin gespeicherten umweltschädlichen Gase entweichen“, erklärt Nicole Wrage-Mönnig. Kann dieser Prozess durch die Wiedervernässung der Moore aufgehalten und können die Flächen trotzdem landwirtschaftlich genutzt werden? Dieser Frage geht die Agrarwissenschaftlerin gemeinsam mit Partnern aus ganz MV nach. An drei Moortypen wird nach der Antwort geforscht: im Küstenüberflutungsmoor Karrendorfer Wiesen bei Greifswald, in Durchströmungsmooren an der Trebel sowie im Erlenbruch bei Wöpkendorf.

 

OZ-Bild

Prof. Nicole Wrage-Mönnig an einer Vorrichtung zum Messen von Gaskonzentrationen.

Quelle: Foto: B. Schmidtbauer

Das Projekt läuft über vier Jahre und wird von der Landesexzellenzinitiative MV mit knapp fünf Millionen Euro gefördert. Davon werden 55 Stellen finanziert – für studentische Hilfskräfte, Doktoranden und promovierte Mitarbeiter. „Die neun Professoren, die das Projekt betreuen, fallen nicht darunter“, sagt Nicole Wrage-Mönnig. Die „Wetscaper“ arbeiten mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt Neustrelitz, dem Leibniz-Institut für Katalyse e.V. in Rostock sowie dem Greifswald Moor Centrum zusammen.

bs

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