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Hightech-Forschung im Reinraum am Sund

Stralsund Hightech-Forschung im Reinraum am Sund

An der Hochschule Stralsund können Studenten und Mitarbeiter partikel- und keimfrei arbeiten.

Laboringenieur Uwe Reich (r.) gibt den Studenten Martin Lingnau (v.l.), Laura Irouschek und Carolin Janssen in die Reinraumzelle per Handy Informationen dazu, wie sie den Partikelzähler anwenden sollen.

Quelle: Foto: Christian Rödel

Stralsund. Sauber, blitzblank, makellos – Reinraum: Das spezielle Labor der Hochschule Stralsund präsentiert sich wie geleckt. Wer es betreten möchte, muss sich einer umfangreichen Umkleideprozedur unterziehen. Staub ist verboten.

„Vor dem Betreten der Reinraumkabine müssen sich Studenten und Mitarbeiter in einer Schleuse von oben nach unten neu ankleiden“, sagt Labor-Ingenieur Uwe Reich (56). Es beginne mit der Reinraumhaube, gefolgt von Mundschutz, Overall, Stiefeln und Handschuhen. Das Auskleiden geschehe dann umgekehrt, die Handschuhe werden zuletzt abgelegt.

Weshalb der ganze Aufwand? „In diesem speziellen Reinraum können wir in den Bereichen Halbleiterproduktion sowie Bio- und Medizintechnik unter bestmöglichen Bedingungen forschen“, erklärt Prof.

Arthur Deutschländer (64) von der Fakultät für Maschinenbau. Dabei würden auch mobile Roboter eingesetzt, um die Reinraumeignung von technischen Komponenten und Geräten zu prüfen und zu verbessern.

Im Dezember 2016 ging der von der Dr. Diestel GmbH aus Rostock gebaute Reinraum in Betrieb.

„Wir können damit die industrienahe Forschung stark ausbauen“, sagt Deutschländer. Mit Infineon Technologies, Europas führendem Halbleiterhersteller, gebe es bereits eine enge Kooperation. Weitere, auch in MV, sollen folgen. Mit anderen Hochschulen sowie Firmen sind die Stralsunder eng vernetzt, etwa in den von Bund und EU geförderten Forschungsclustern „CoolFab“ sowie „CoolFlow“.

Das hochmoderne Speziallabor stößt bei Unternehmen auf großes Interesse. „Die Reinraumkabine hat den Standard ISO 3, so arbeiten auch die großen Halbleiterhersteller“, berichtet Reich. Das bedeutet, dass luftgetragene ultrafeine Partikel ferngehalten werden können. Der dabei verwendete Partikelzähler erfasse Teilchen bis zu einer „Größe“ von einem Millionstel Meter. Und: In dem Reinraum kann auch an Projekten der Bio- und Medizintechnik geforscht werden. Dabei geht es Viren und Bakterien zu Leibe. „Um Medikamente steril produzieren zu können, dürfen dabei so wenig Keime wie möglich auftreten“, sagt Laura Irouschek (25), Master-Studentin Wirtschaftsingenieurwesen. Um das zu gewährleisten, seien Erkenntnisse aus der Reinraumtechnik wichtig.

Die Studenten können ihr theoretisches Wissen praktisch im Reinraum anwenden. Bei Maschinenbau-Student Martin Lingnau (29) dreht sich alles um neue Antriebssysteme für mobile Roboter: Die können in Reinräumen eingesetzt werden. „In meiner Bachelorarbeit befasse ich mich mit Mecanum-Rädern“, sagt Lingnau. Solche Räder bestehen aus einem Stahlgehäuse und Hartgummi-Rollen. Mit ihnen könne ein Roboter jederzeit in eine beliebige Richtung fahren – ohne eine mechanische Lenkung.

Hochschulen in MV

Staatliche Hochschulen

• Universität Rostock

• Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

• Hochschule für Musik und Theater Rostock (HMT)

• Hochschule Wismar

• Hochschule Stralsund

• Hochschule Neubrandenburg

• Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege (FHÖ) Güstrow

• Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) Schwerin

Private Hochschulen

• Fachhochschule des Mittelstands (FHM) Rostock sowie Schwerin

• Designschule Schwerin

• Europäische Fachhochschule Rostock (EUFH med)

Bernhard Schmidtbauer

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