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Pop-Art-Star Moritz Götze: Mecklenburg ist für mich Heimat

Rostock Pop-Art-Star Moritz Götze: Mecklenburg ist für mich Heimat

Für die OSTSEE-ZEITUNG hat der Hallenser Künstler ein Geburtstagsbild gemalt / Gerade zurück aus Australien, zeigt er seine Arbeiten jetzt in Stralsund

Moritz Götze mit seinen Bildern „Händel“ und „Mann im Wasser“

Quelle: Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa

Rostock. Unser Land, ein langer Strand, Zeitung und Badetuch im Sand, und vor der blauen Ostsee ein Mann mit Laptop auf der Hand – das Bild auf der Titelseite hat der Hallenser Künstler Moritz Götze exklusiv für die OSTSEE-ZEITUNG gemalt. Als Gruß zum 65. Geburtstag. Aber wie immer, wenn es um Kunst geht, kann sich ja jeder Betrachter seinen eigenen Reim darauf machen.

Auf jeden Fall ist diese Arbeit typisch für Götze, der zu den bedeutendsten lebenden deutschen Pop-Art-Künstlern gezählt wird. Eine eigene Handschrift hat er früh gefunden und gefestigt. Ob Malerei, Grafik oder Emaille-Kunst: Farbstarke Figurinen und Requisiten aus seinem persönlichen Bildbaukasten fügt er immer wieder neu und spielerisch zusammen und kommt so zu ebenso gewitzten wie ernsthaften Bildern unserer Welt. Denn unter der poppig-bunten Oberfläche haben Götzes Arbeiten weit mehr Tiefgang, als mancher auf den ersten Blick vermuten mag. Viele sind aufgeladen mit Politik und Poesie, Historie und Haltung. Mit seinen farbintensiven Werken ist Moritz Götze seit vielen Jahren deutschlandweit und auch international erfolgreich.

Gerade ist er von einer Ausstellungsreise nach Neuseeland und Australien zurückgekehrt – Teil einer „Grand Tour“, die er mit seinem Malerkollegen Rüdiger Giebler unternimmt. Gemeinsam zeigen sie ihre Kunst aus dem Herzen Deutschlands unter dem Titel „Made in Kaisersaschern“ in 34 Städten auf allen Kontinenten. Sellin auf Rügen war schon dabei, weitere Stationen sind nach Potsdam auch London und New York. Derweil grüßen überdimensionale Götze-Bilder auf dem Kunstpfad zum 125. Jubiläum der Künstlerkolonie in Ahrenshoop, wo der Maler schon als Kind am Strand gespielt hat. Seine Eltern waren da mit ihm im Urlaub. Heute werden in Ahrenshooper Galerien seine Bilder gezeigt.

Mittlerweile mag Moritz Götze das Mecklenburger Binnenland allerdings lieber als das quirlige Ostseebad. „ Ein Großteil meiner Familie kommt ja aus Mecklenburg, und ich habe ein Haus in der Nähe von Rostock, wo ich jedes Jahr ein paar Wochen bin“, erzählt der Künstler. „Für mich ist das ein Heimatort, wo ich mich emotional zu Hause fühle, der für mich ganz existenziell ist.“

Deshalb – und wegen der Qualität seiner Arbeiten – hatte die OZ Moritz Götze schon 2011 als Stargast zu ihrer alljährlichen Kunstbörse eingeladen. Bei der Auktion in Rostock gingen alle seine Bilder nach spannenden Bietergefechten reißend weg. Eine große vierteilige Arbeit mit maritimen Motiven sicherte sich damals ein betuchter Sammler aus Hannover.

Zur 25. OZ-Kunstbörse in diesem Jahr wollen wir drei großformatige Drucke unseres heutigen Titelbildes versteigern. Für Götze-Fans zum Vormerken: Die Ausstellung zur Kunstbörse beginnt am 11.

September in der Hochschule für Musik und Theater Rostock, der Hammer fällt am 7. Oktober.

Schon vorher haben Kunstfreunde hierzulande Gelegenheit, sich Götzes anzugucken. Seit gestern zeigt der Künstler in der Stralsunder Kulturkirche St. Jakobi eine große Ausstellung unter dem Titel SUPERSTAR 2.0 – Deutsche Bilder – Martin Luther bis Friedrich II. „Das wird monumental. Schon weil die Kirche so gigantisch groß ist, hab ich viele meiner großformatigen Arbeiten und Installationen aus den letzten Jahren mit aufgebaut“, sagt Götze. „Die Idee war, etwas zum Reformationsjahr zu machen. Aber durchaus mit Augenzwinkern. Nicht weihevoll, sondern interaktiv und unterhaltsam. Besucher können mit Luther sogar flippern!“ Dank Moritz Götze – bis Ende Oktober in Stralsund.

Zur Person

Moritz Götze wurde 1964 als Sohn des Künstlerpaares Inge und Wasja Götze in Halle geboren. Lehre als Möbeltischler, Sänger in der Punkband „Größenwahn“. Ab 1986 freischaffender Maler. 1991 – 1994 Gastprofessur an der Ecole nationale superieure des beaux arts in Paris. 1994/95 Wandgestaltung für den Lichthof des Messehauses Specks Hof, Leipzig. 1996 Kunstförderpreis des Landes Sachsen-Anhalt.

1997 Kunstpreis der Zigarettenfabriken Dresden/Philipp Morris. 1999 Kunstpreis der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken. 2000 – 2004 künstlerische Gestaltung des Erscheinungsbildes der Leipziger Buchmesse. Moritz Götze lebt und arbeitet in Halle.

Jan-Peter Schröder

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