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Werbung gedruckt und digital

Rostock Werbung gedruckt und digital

Die Leser werden immer mobiler / OZ-Verlagsleiterin Imke Mentzendorff setzt deshalb bei der Kundenberatung verstärkt auf den Mix der Möglichkeiten

Rostock. Sie ist die Expertin für Verkauf und Mediavermarktung. Seit dem 1. Dezember des vergangenen Jahres ist Imke Mentzendorff das Gesicht des Verlages der OZ. Die studierte Sozialwissenschaftlerin, Jahrgang 1972, ist verheiratet und Mutter einer Tochter. Nach verschiedenen beruflichen Stationen in der Telekommunikationsbranche war sie zuletzt als regionale Vertriebsleiterin beim Vermarkter Ströer tätig. Von dort aus wechselte sie nun als Verlagsleiterin nach Rostock.

 

OZ-Bild

Wenn die Leser immer mobiler werden, muss sich auch die Werbestrategie ändern: Verlagsleiterin Imke Mentzendorff (r.) mit ihren Mitarbeitern Jan Christen und Jeanette Klimowa-Regenberg .

Quelle: Foto: Dietmar Lilienthal

Wofür braucht die OZ eigentlich einen eigenen Verlag?

Imke Mentzendorff: Eine Zeitung braucht heute mehr denn je als Grundpfeiler unabhängigen Journalismus. Und den gibt es nur ohne jede wirtschaftliche Abhängigkeit. Aus diesem Grund agieren bei der OSTSEE-ZEITUNG Redaktion und Verlag strikt getrennt voneinander. Unser Verlag hat dabei zwei starke Säulen: Zum einen haben wir die Leser im Blick. Was brauchen sie, in welchen Formaten lesen sie ihre Zeitung? Zum anderen unsere Geschäftspartner, die von einer guten Zeitung mit großer Reichweite profitieren.

Wie wichtig ist für Unternehmen die Werbung in der Zeitung?

Mentzendorff: Die gedruckte Zeitung ist nach wie vor der reichweitenstärkste und damit relevanteste Werbeträger am regionalen Werbemarkt, was sich auch sehr deutlich an den jeweiligen Marktanteilen ablesen lässt. Print lässt hier alle Mitbewerber hinter sich. Wer also als Unternehmer in seinem Zielgebiet auf sich aufmerksam machen möchte und die kraftvolle Verbindung zwischen Inhalt und werblicher Aussage sucht, ist gut beraten, auf Print zu setzen!

Dabei dürfte doch die heutige Situation ganz anders sein als noch vor einigen Jahren . . .

Mentzendorff: Das stimmt. Heute braucht längst nicht mehr jeder Leser das bedruckte Papier. Die Mobilität nimmt zu. Nicht nur bei jüngeren Leuten beobachten wir, dass sie zwar viel unterwegs sind, dabei aber mit ihrer Heimat verbunden bleiben wollen. Sie wohnen zum Teil weit weg, haben die OZ aber digital als E-Paper im Abonnement oder greifen über unsere Homepage und unseren Facebook-Kanal auf Nachrichten aus der Heimat zurück.

Was bedeutet das zum Beispiel für Unternehmen, die in der Zeitung Werbung machen wollen?

Mentzendorff: Wenn die Leser immer mobiler werden, dann muss sich auch die Werbestrategie verändern. Das heißt für uns heute: Es müssen zunehmend digitale Werbeformen genutzt werden, die dann entsprechend bei den Lesern auf den Tablets und Mobiltelefonen ankommen.

Geschieht das unabhängig von der Arbeit der Journalisten im Haus?

Mentzendorff: Nein, im Gegenteil. Die OZ mit verlässlichen journalistischen Inhalten bietet eine große Sicherheit, sie wird als seriös empfunden und genießt höchste Akzeptanz. Das wertet auch die werblichen Botschaften auf. Entscheidend ist dabei immer mehr der Mix der Möglichkeiten. Wenn wir Kunden beraten, dann empfehlen wir die Printausgabe als Grundlage, aber dann folgen unbedingt hochindividuelle digitale Wege, auf denen wir die Kampagne sozusagen zielgruppengenau verlängern.

Worum handelt es sich dabei genau?

Mentzendorff: Zum Beispiel um Möglichkeiten der Werbung im Internet mit lokaler und regionaler Ausrichtung. Wir setzen aber zunehmend auch auf soziale Medien wie Facebook, wo wir mit redaktionellen Inhalten und Werbung arbeiten. Dort erreichen wir vergleichsweise junge Leser mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren. Außerdem entwickeln wir für unsere Kunden auch Internetseiten oder optimieren die Suchmaschinen-Auffindbarkeit. Grundsätzlich gibt es bei uns kein Entweder-Oder, also Print oder Online. Es geht immer um die passende Strategie, die wir für die Kunden entwickeln, und in der wir dann alle Register ziehen.

Wie sieht die Zukunft des Verlagshauses aus?

Mentzendorff: Wir wollen weiter unsere Beratungs- und Lösungskompetenz ausbauen. Schließlich haben wir zehn Verlagshäuser über das ganze Verbreitungsgebiet verteilt. Jede Region hat ihre eigenen Grundanforderungen aus werblicher Sicht, und das teilweise weit über die eigenen regionalen Grenzen hinaus. Hier denke ich zum Beispiel an unsere vielfältigen touristischen Kommunikations-Angebote, wie etwa den „Reisereporter“, dessen Reichweite regional wie national greift. Wir kennen den Markt und sind mit unseren Mediaspezialisten vor Ort präsent! Dazu haben wir mit „Nordbrief“ einen eigenen Postdienstleister, der uns neben dem klassischen Briefgeschäft die Möglichkeit gibt, Direktmarketing zu betreiben und Flyer oder Werbematerial zu den Empfängern zu bringen.

Wir werden auch den Bereich Social Media weiter ausbauen. Und bereits jetzt nutzen wir verstärkt thematische Schwerpunkte der Redaktion, um sie mit Werbestrategien zu verbinden. Durch Foren und Info-Veranstaltungen in unseren eigenen Räumen kommen wir zunehmend mit Leserinnen und Lesern, also auch mit Kunden, direkt in Kontakt.

Wird dabei die gedruckte Zeitung auf lange Sicht überflüssig?

Mentzendorff: Nein, sicherlich nicht. Wir müssen aber da anknüpfen, wo sich das Leserverhalten hinentwickelt und sich unsere Reichweite vergrößern lässt. Und das ist vor allem der digitale Bereich. Das hat aber auch noch ganz andere Konsequenzen. Eine unserer Strategien der kommenden Monate wird es sein, mit bewegten Bildern im öffentlichen Raum noch stärker präsent zu sein. Wir vermarkten und installieren derzeit digitale Bildschirme am sogenannten „point of sale“, also im Einzelhandel, in Hotels, in der Gastronomie oder am Flughafen, um nur einige Beispiele zu benennen. Da werden redaktionelle Inhalte, Veranstaltungs-Tipps und branchenspezifische Informationen zu sehen sein, aber wir werden die Flächen auch für die Werbung vermarkten.

Interview: Matthias Schümann

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