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Wind liefert Strom fürs ganze Land

Schwerin Wind liefert Strom fürs ganze Land

Erneuerbare Energien decken den Strombedarf / BUND: Rostocks Kohlekraftwerk bis 2030 stilllegen

Schwerin. Mecklenburg-Vorpommern ist das erste Bundesland, das seinen Strombedarf – rein rechnerisch – aus erneuerbaren Energien decken kann. Bei 6770 Gigawattstunden liegt der Strombedarf pro Jahr, aber 10000 Gigawattstunden werden aus alternativen Quellen heute schon produziert, erfährt man im Statistischen Landesamt Schwerin. 40 Prozent des Ökostroms werden exportiert. Rein rechnerisch heißt das: MV kommt nicht nur ohne Atomstrom aus, das Land könnte auch aus der Kohle schon aussteigen.

 

OZ-Bild

Fast überall im Land drehen sich Windräder, auch im Rostocker Seehafen.

Quelle: Fotos: Lilienthal, Wüstneck/dpa

„Das Rostocker Steinkohlekraftwerk brauchen wir im Prinzip nicht mehr“, meint Corinna Cwielag von der Umweltorganisation BUND. Ihre Forderung: Das Werk solle „möglichst schnell, spätestens aber 2030 abgeschaltet werden“. Denn mit seinem Kohlendioxidausstoß schadet es dem Klima. Cwielag: „Pro Jahr entstehen dort 2,5 Millionen Tonnen CO2 – ein Viertel des Kohlendioxid-Ausstoßes im Land.“

Kraftwerks-Chef Axel Becker geht jedoch davon aus, dass der seit 1994 betriebene Stromriese „noch 15 bis 20 Jahre“ am Netz sein wird, wenn auch „mit abnehmender Produktionsleistung“. Becker: „Wir sind Partner der Energiewende, bis es genug Speichermöglichkeiten gibt.“ Schon jetzt werde an stürmischen Tagen die Produktion gedrosselt. Noch liefert das Kohlekraftwerk 22 Prozent der Energie in MV, sieben Prozent werden aus Erdgas gewonnen, gut 70 Prozent aus Sonne, Wind, Biomasse.

Windräder liefern fast 65 Prozent des Ökostroms, 21 Prozent kommen aus Biogas, zwölf Prozent aus Solaranlagen. Der Bau neuer Windparks wird zunehmend kritisch gesehen. „Einfach immer weiterzubauen, ist der falsche Weg“, sagt Norbert Schumacher, Vorsitzender der Partei „Freier Horizont“. Er fordert, dass „der Bürgerwille nicht ausgehebelt werden darf. Bürger müssen auch Nein sagen dürfen“.

Wichtig seien größere Abstände zwischen Windparks, gerechtere Verteilung der Netzausbau-Kosten und die Garantie, dass der produzierte Strom genutzt werde. Auch Umweltschützerin Cwielag meint: „Es muss endlich intensiv in Speicherkapazitäten investiert werden, damit erneuerbare Energie aus Spitzenzeiten nicht verloren geht.“

Elke Ehlers

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