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Die Fiktion und die Fakten

Die Fiktion und die Fakten

Was alles so auf den Bildschirm kommt ... inszenierter und wirklicher Horror

Manchmal braucht es ziemlich viel Zeit, bevor Spielfilme ins Fernsehen kommen. So bei „Rosso – Die Farbe des Todes“ (Arte, 19. März, 22.55 Uhr). Der hat’s nach 42 Jahren ins TV geschafft. Wirklich? Jedenfalls hatte ihn meine TV-Zeitschrift mit dem „Neu“-Button versehen. Das Werk des italienischen Regisseurs Dario Argento wird von Fans längst verehrt, ist aber auch umstritten. Dieser Thriller – ehrlicherweise muss man Horrorfilm sagen – wurde optisch exquisit in Szene gesetzt, aber mit allerlei Gewaltszenen gespickt. Den Ruf des Horrorregisseurs hat Dario Argento längst weg. Doch seine Ästhetik lässt das Geschehen wie abgefilmtes Theater wirken, so dass der Zuschauer einfach fühlt, dass das gute alte Guckkastenprinzip des Fernsehens gilt: Die Distanz zum Betrachter ist da. Einige Szenen wirken heute albern, seit 1975 haben sich Sehgewohnheiten eben verändert. Gekrönt wird dieser zweistündige Film durch die obercoole Musik der italienischen Progressive-Rockband Goblin. Wie man es auch immer dreht: Da hat sich das lange Aufbleiben am Sonntagabend wieder gelohnt.

In gegenteiliger Weise galt das auch für „Achtung, die Dietrichs kommen! – Das Leben der etwas anderen Millionärsfamilie“ (RTL 2, 19. März, 0.10 Uhr). Die Dietrichs sind zu viert: Mutter Vera, Vater Jürgen, Tochter JayJay und Sohn Niko. Gedacht war das wohl mal als Konkurrenz zu den „Geissens“, denn die Ruhrpott-Familie gibt vor, plötzlich zu sehr viel Geld gekommen zu sein. Eine unerträgliche Mischung aus den „Flodders“ und den „Geissens“ also. Wahrheit oder Comedy? Hier handelt es sich um die Comedians Markus Krebs (Vater Dietrich), Christiane Olivier (Mutter Dietrich), Tobias John von Freyend (Sohn Niko) sowie JayJay Jackpot (Tochter JayJay). Aber wer will im Zeitalter der Fake News noch unterscheiden, was wahr ist und was nicht?

An Fakten gehalten hat sich sehr wahrscheinlich die Doku „ Akte D: Die Macht der Automobilindustrie“ (ARD, 20. März, 23.30 Uhr), die die Verquickung von Politik und Autoherstellern quasi im Schnelldurchlauf abspulte, also fast 100 Jahre in 45 Minuten. Viel zu eilig, um richtig ins Detail zu gehen. Am Ende blieb nur ein komisches Gefühl übrig, wie es so oft ist, wenn einfach zu viele Fakten hereinprasseln. Dann sitzt man als Zuschauer da und fragt sich, wie wohl der eigene Gebrauchtwagen (der immerhin die Euro-1-Norm erfüllt) in dieses Thema passt.

OZ

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