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Expeditionen ins Menschenreich

Expeditionen ins Menschenreich

Was alles so auf den Bildschirm kommt ... Sozialstudien verschiedener Art

„Themenabend: Gesellschaft in der Leistungsfalle“ hieß es am vergangenen Dienstag bei Arte, dazu gehörte auch die Doku „Alpha-Tiere – Eine Expedition“ (Arte, 28. März, 22.45 Uhr).

Das war ein Werk des Dokumentarfilmers Florian von Stetten, der in einigen deutschen Führungsetagen drehen durfte. Das Ergebnis war, aus welchem Blickwinkel auch immer man das betrachten wollte, interessant. Denn der dabei gezeigte Alltag spielte sich in geschlossenen Raumen ab: Immer nur Meetings, Diskussionen, Konferenzen und Bewerbungsgespräche. Und dann noch mehr Meetings. Es ging also in dieser Doku nicht nur um die besagten „Alpha-Tiere“ im Berufsleben, sondern um das Sozialverhalten in der Arbeitswelt insgesamt. Richtig grotesk wurde es in einem Fall, als von Mitarbeitern Veränderungen im Unternehmen mit Lego-Steinen ausgedrückt wurden. Faszinierend! Diese Sendung (und weitere des besagten Themenabends) liegen übrigens noch eine Weile in der Arte-Mediathek.

Das Sozialleben vergangener Zeiten wurde in der Doku-Zeitreise „Das Jahrhunderthaus“ (ZDF, 28. März, 20.15 Uhr) gleich mit thematisiert. Eigentlich ging es um „Alltag Freizeit und Urlaub“ der 20er, 50er und 70er-Jahre, alles wurde schon Dutzende Male im Fernsehen verarbeitet. Hier war es die „Musterfamilie Müller“, die im ZDF-Auftrag vergangene Zeiten schauspielerisch nachgestaltete, allen voran Comedian Michael Kessler. Ein bisschen launig kommentiertes Archivmaterial, dann noch Promis, die mit ihren privaten Erinnerungen ins Bild ploppten – fertig war der Lack.

Also ein nostalgisch angelegtes Verlegenheitsformat, dabei gibt’s derzeit wirklich wichtigere aktuelle Themen als z. B. die ollen Fünfziger.

Etwas überraschend ins Programm gekommen war „Unterwegs mit Martin Walser – Mein Diesseits“ (ARD, 26. März, 23.50 Uhr), dafür kam der angekündigte Spielfilm nicht. So setzte sich Literaturkritiker Denis Scheck mit Martin Walser in einen alten Mercedes und fuhr die Orte der Kindheit und Jugend ab, die den Großschriftsteller geprägt haben. Martin Walser in nachdenklicher, humoriger und zuweilen auch recht wehmütiger Stimmung. So ist das wohl, wenn man neunzig Jahre wird und das Leben noch gut reflektieren kann. Eine lange Autofahrt mit einem Schriftsteller, die nicht langweilig wurde, auch Moderator Denis Scheck nahm sich zurück war eher ein Stichwortgeber.

OZ

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