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Gefühle und Erinnerungen

Gefühle und Erinnerungen

Was alles so auf den Bildschirm kommt ... von Resten des Musikfernsehens bis zu überholten Zukunftsvisionen

Musikformate gehen immer, man kann sie auch aus den Resten des Musikfernsehens von einst basteln. Eine Reise in die jüngere Popgeschichte unternahm RTL2 mit „Pop Giganten: Cover Hits“ (24. Oktober, 22.15 Uhr), da wurden Coverversionen von heute den Originalen gegenübergestellt, um dann allerlei halbgare Kommentare von Halbpromis einzusammeln. Da konnte der Zuschauer aber erfahren, dass Jessica Simpson eine Coverversion vom Nancy-Sinatra-Klassiker „These Boots are Made for Walkin’“ aufgenommen hat. Dann ploppen jedoch Leute wie Mola Adebisi oder Nils Bokelberg (die übrigens ihre Bekanntheit auch dem Musikfernsehen der Neunziger zu verdanken haben) auf den Bildschirm und geben ihre Geschmacksurteile ab. Diese Schnipsel reichen zusammen für fast zwei Stunden RTL2-Programm ohne Tiefgang, aber auch ohne Risiken und Nebenwirkungen.

Ähnliches versucht auch das NDR Fernsehen mit „Fühl’s nochmal“ (22. Oktober, 20.15 Uhr), ebenfalls ein Musikformat, das aber zu den Menschen nach Hause kommt. Das passiert in Gestalt von Andreas Kuhnt, der Leute aus dem Sendegebiet aufsucht und zum Beispiel zu ihren Erinnerungen an die Pet Shop Boys befragt. Beziehungsweise an bestimmte Songs. Dieses Erinnerungsfernsehen gibt’s in allen möglichen Ausprägungen, denn Nostalgie ist nun mal ein großer Markt. Muss man sich allerdings das Video „Voyage Voyage“ der französischen Chanteuse Desireless heute noch komplett ansehen? Das ist inzwischen eine ästhetische Herausforderung. Tja, aber es geht nicht um Ästhetik, sondern um Gefühle, da hat der Sendungstitel die Zuschauer schon richtig vorbereitet. Andererseits:

Wie sagte Udo Martens (aus der NDR-Comedy „Frühstück bei Stefanie“) etwas abwehrend: „Gefühle, Gefühle! Das geht alles von meiner Freizeit ab.“

Den Sender TELE 5 gibt’s immer noch, er liegt nur meist auf Fernbedienungen weit hinten, im zweistelligen Bereich. Manchmal kommen aber dort Filmklassiker zu Ehren, so wie „Rollerball“ (22. Oktober, 22.10 Uhr), eine verfilmte US-Zukunftsvision von 1975. Lustigerweise ist das Geschehen im Jahr 2008 angesiedelt. Es gibt einige utopische (oder dystopische) Filme, die inzwischen von der Gegenwart eingeholt wurden sind. Spaßig, sich das unter diesen Vergleichs-Gesichtspunkten heute anzuschauen. Das Fazit lautet meistens: Es hätte schlimmer kommen können!

OZ

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