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Schräge Vögel und Entspannungsübungen

Schräge Vögel und Entspannungsübungen

Was alles so auf den Bildschirm kommt ... von Kleingärtnerei bis zu After-Wahl-Partys

Wir leben in einer Zeit, in der die Wirklichkeit um ein Vielfaches spannender ist als jede TV-Unterhaltung. Trotzdem muss der Zuschauer ja auch mal abschalten und stößt dann zum Beispiel auf eine Serie wie „Meine heile Welt“ , die donnerstags spätabends über den Sender geht. So wie die Folge „Mein Garten“ (ARD, 21. September, 0.15 Uhr), die die Welt der deutschen Kleingärtner karikierte, inklusive Öko-Macke. Ein fein beobachtetes Porträt des deutschen Spießers, wie auch schon eine Woche zuvor, als die Folge „Mein Hund“ lief.

Hauptdarsteller Michael Kessler bleibt relativ dicht an der Realität, was die Wirkung noch verstärkt. Man fragt sich aber auch, warum so eine Comedy überhaupt hergestellt wird, wenn sie irgendwann in der Nacht läuft und selbst dann noch zu subtil für das Publikum ist, das so spät vor der Glotze sitzt. Heute Abend um 23.30 Uhr kommt in der ARD die dritte Episode dieser Serie: „Mein Chor“ .

Ein Lob bekommt die ARD schon mal für den Ausstrahlungstermin von „Jürgen – Heute wird gelebt“ (ARD, 20. September, 20.15 Uhr): Die Tragikomödie nach dem Buch von Heinz Strunk wurde in die Hauptsendezeit gelegt! Viel zu selten ist es der Fall, dass solch schräge Geschichten sofort nach der „Tagesschau“ einem Millionenpublikum präsentiert werden. Eine liebevolle Umsetzung des Junggesellen-Porträts, dazu mit einem sehr überraschenden Charlie Hübner. Tief in die Nacht dagegen hatte das erste deutsche Fernsehen den Spielfilm „Taxi“ (ARD, 24. September, 23.30 Uhr) geplant. Eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Karen Duve, die allerdings durch die Abwesenheit einer richtigen Handlung sehr irritierte.

In der großflächigen Nachberichterstattung zur Bundestagswahl stellte sich auch ein bisschen Erleichterung ein, nach dem Motto: Das hätte ja alles noch viel schlimmer kommen können! Also wurde auch die Talkshow „Markus Lanz“ (ZDF, 26. September, 23.15 Uhr) zu einer Art launigen After-Wahl-Party, mit Hauptgast Wolfgang Kubicki (FDP). Der sorgt immer für Unterhaltungswert und ist gern gesehener Gesprächsgast – auch wenn man seine Ansichten im Einzelnen vielleicht nicht teilt. Ein Charmeur alter Schule, der beim Flirten keine politischen Grenzen kennt – in der besagten Sendung war Katja Kipping (Die Linke) ein Ziel der Avancen von Wolfgang Kubicki. Auch das gehörte wohl zu den politischen Entspannungsübungen nach der Wahl.

OZ

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