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Warum haben hungrige Menschen „Kohldampf“?

Warum haben hungrige Menschen „Kohldampf“?

„Boah, hab’ ich einen Kohldampf, Alter!“ Wenn in einem Gespräch so ein Satz fällt, ist weder ein Kohl noch Dampf im Spiel. Das ist beiden Gesprächspartnern klar.

„Boah, hab’ ich einen Kohldampf, Alter!“ Wenn in einem Gespräch so ein Satz fällt, ist weder ein Kohl noch Dampf im Spiel. Das ist beiden Gesprächspartnern klar. Aber warum heißt es umgangssprachlich „Kohldampf haben“ oder „Kohldampf schieben“, wenn es darum geht, Hungergefühle auszudrücken?

Die Redewendung stammt aus dem Rotwelschen. Rotwelsch bezeichnet Soziolekte, die im Mittelalter Bettler, Gauner, das fahrende Volk und Menschen sprachen, die Berufe ausübten, die damals als „unehrlich“ galten. Sie verwendeten andere Wörter als üblich und entwickelten so eine Art Geheimsprache, die Außenstehende nicht verstehen konnten. Sie veränderten Worte, indem sie andere Sprachen, etwa Niederländisch, Romani, Sinti oder Westjiddisch, mit einfließen ließen. In diesen Kreisen war es damals üblich statt Hunger die Worte Koll(er) und Dampf zu verwenden – daraus entstand entstand dann Kohldampf. Und aus „scheffen“, das für „sein“ oder „machen“ stand, wurde irgendwann „schieben“.

Die Gauner aus dem Mittelalter haben es also zu verantworten, dass wir auch heute noch Kohldampf schieben.

OZ

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