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Willkommen in der Realität

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Was alles so auf den Bildschirm kommt ... Geschichten aus USA, Brasilien und dem Ruhrpott

Spielfilme gibt es zu Ostern traditionsgemäß zuhauf, einige deutsche Fernsehsender sparen sich dafür ein paar cineastische Leckerbissen auf. Das filmische Großereignis der letzten Ostertage war wohl „Boyhood“ (ZDF, 14. April, 22.50 Uhr), leider ein bisschen versteckt im Spätprogramm am Karfreitag. Der Streifen von Regisseur Richard Linklater hatte 2014 für einige Schlagzeilen gesorgt: ein filmisches Langzeitprojekt über einen Jugendlichen, das über sechs Jahre verfolgt wurde. Das war, so hatte es meine TV-Zeitschrift auch angekündigt, „ganz klassisches US-Erzählkino“. Und so geschah es dann, eine zweieinhalbstündige und sehr berührende Verfilmung eines Alltags, allerdings nur inszeniertes Leben, keine Dokumentation.

Die Wirklichkeit holte den Zuschauer nach Ostern wieder ein, wenn er es wollte. Zum Beispiel mit der Doku „Brasilien: Der große Sprung zurück“ (Arte, 18. April, 22.05 Uhr), in der der brasilianische Comedian Gregório Duvinier die aktuellen Probleme seines Landes thematisierte. Zunächst muss man loben, dass überhaupt ein längeres Stück über ein lateinamerikanisches Land im Fernsehen gezeigt wird. Zu selten schauen die deutschen Medien auf diesen Subkontinent, servieren sonst eher einseitige Kost: Türkei, Syrien oder Nordkorea. Umso interessanter war dieser Blick nach Brasilien; die Darstellung der etwas bedrückenden Entwicklung, die es nach der Amtsenthebung von Präsidentin Dilma Rousseff im April 2016 gegeben hat. Sehr hoffnungsvoll stimmten die Brasilianer, die sich, enttäuscht von ihren Volksvertretern, mehr und mehr selbst organisieren. Diese Sendung liegt übrigens noch vier Wochen abrufbereit in der Arte-Mediathek.

Eigentlich ist dieser Mann außerhalb des WDR-Sendegebiets eher unbekannt: Uwe Lyko, besser bekannt als wackeliger „Ruhrpottrenter“ Herbert Knebel. Zum 60. Geburtstag des Darstellers gab es einen medialen Doppelschlag: Erst das Bühnenprogramm „Herbert Knebel solo: Im Liegen geht’s“ (WDR, 15. April, 21.45 Uhr) und dann das Porträt „Herbert Knebel trifft Uwe Karl Heinrich Lyko“ (WDR, 15. April, 23.15 Uhr). Das war also die Knebel-Rundumbedienung, zuerst eine puppenlustige Aufführung, dann der Mensch, der sich hinter der Hornbrille von Herbert Knebel verbirgt. Generell gilt: Wer Helge Schneider mag, wird auch Herbert Knebel mögen. Ein Tipp zum Weitergucken: Bei Youtube gibt’s viel von Knebel zu sehen.

OZ

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