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Anbieter von „Web Of Trust“ will Datenschutz-Vorwürfe prüfen

Browser-Add-on im Zwielicht Anbieter von „Web Of Trust“ will Datenschutz-Vorwürfe prüfen

Eigentlich soll die Browser-Erweiterung „Web of Trust“ die Anwender vor Gefahren im Web schützen. Doch nun steht die Software aus Finnland im Verdacht, die Daten von Millionen Anwendern auszuspähen, die dann als „Big Data“-Pakete auf dem Markt angeboten werden.

Helsinki. Die Entwickler der ins Zwielicht geratenen populären Browser-Erweiterung „Web of Trust“ wollen die schweren Datenschutz-Vorwürfe prüfen und eventuell Gegenmaßnahmen ergreifen.

Das NDR-Fernsehen hatte diese Woche berichtet, „Web of Trust“ habe im großen Stil Nutzerdaten ausgespäht und diese offenbar ungefragt an Dritte weitergegeben. Auf Basis der Informationen hätten auch Nutzer identifiziert werden können, während der Anbieter eine Anonymisierung der Daten versprochen habe, darunter auch Bundespolitiker.

„Wenn es Fälle gab, in denen Informationen nicht anonymisiert und geschützt wurden, werden wir das natürlich prüfen und wenn notwendig Maßnahmen treffen, um einen angemessenen Schutz unserer Nutzer sicherzustellen“, erklärte ein Sprecher des „Web of Trust“-Anbieters der Deutschen Presse-Agentur. Man nehme die Privatsphäre der Nutzer sehr ernst und treffe weitreichende Vorkehrungen zur Anonymisierung.

„WOT“ soll die Integrität von Websites prüfen und besuchte Seiten anhand eines Ampel-Systems im Hinblick auf Sicherheit bewerten. Im Hintergrund übermittelt die Erweiterung nach Darstellung des NDR die Daten zum Surfverhalten des Nutzers an einen Server im Ausland. Dort werde ein Profil erstellt und Datum, Uhrzeit und angesteuerte Webadresse werden gemeinsam mit einer Nutzerkennung abgespeichert. Diese Daten würden dann an Zwischenhändler weitergegeben.

Nach den Recherchen der NDR-Reporter wurde unter anderem mit Hilfe von „WOT“ ein Datensatz erstellt, der die besuchten Webseiten von drei Millionen Menschen in Deutschland beinhaltet. Die Daten seien angeblich anonymisiert worden. Es habe sich aber schnell herausgestellt, wie leicht die sensiblen Informationen mitunter eben doch einzelnen Internetnutzern zuzuordnen seien.

Die NDR-Reporter konnten demnach in Stichproben anhand des Datensatzes mehr als 50 Nutzer persönlich identifizieren, zum Beispiel über E-Mail-Adressen, Anmeldenamen oder andere Bestandteile der aufgerufenen URLs. Mit Hilfe der Daten ließen sich Reisen einzelner Nutzer nachverfolgen, Rückschlüsse auf Krankheiten, sexuelle Vorlieben und Drogenkonsum schließen, hieß es. Auch Geschäftsgeheimnisse wie vertrauliche Umsatzzahlen eines Medienhauses und Details zu Ermittlungen eines Polizisten hätten sich rekonstruieren lassen.

dpa

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