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Chats mit der Telefonseelsorge nehmen zu

Chats mit der Telefonseelsorge nehmen zu

Immer mehr Menschen lassen sich bei der Telefonseelsorge lieber über Chats statt im direkten Gespräch beraten.

Immer mehr Menschen lassen sich bei der Telefonseelsorge lieber über Chats statt im direkten Gespräch beraten. Zwar biete die Seelsorge vor allem Anrufern ihre Hilfe an, doch nehme die Beratung über Kurzmitteilungen zu, sagte Stefan Schumacher, der Präsident von IFOTES (International Federation of Telephone Emergency Services) in Aachen. Dort beginnt in rund einem Monat der Weltkongress der Telefonseelsorger. Die Tagung wird von IFOTES und der Telefonseelsorge veranstaltet.

Zum Aachener Weltkongress (19.-22. Juli) werden 1600 Teilnehmer aus 33 Ländern erwartet. Im Mittelpunkt der Konferenz mit dem Thema „Damit das Leben weitergeht ...“ steht die Auseinandersetzung mit Menschen in suizidalen Situationen.

Bei der Telefonseelsorge sind rund 7500 Ehrenamtliche engagiert. „Die meisten können inzwischen beides, Telefon und Internet“, sagte IFOTES-Präsident Schumacher. Ehrenamtliche sollten in allen Medien zu Hause sein. „Deshalb werden auch Ältere mitgeschult zum Thema Internet, die Jüngeren haben es leichter.“

Per Mail oder Chat wird bereits seit 1995 beraten. Erkennbar sei, dass die hohe Anonymität im Netz den Menschen helfe, auch Themen anzusprechen, die für sie mit Scham oder Angst besetzt seien, sagte Ruth Belzner, die Vorsitzende der evangelischen Konferenz für Telefonseelsorge. Dazu zählten sexuelle Gewalt, Suizidalität oder Selbstverletzungen.

„Im Chat sind Menschen sehr spontan, emotionaler“, erklärte Schumacher. Für die Seelsorger gehe es darum, eine instabile Situation abzufangen. „Beim Chatten brauche ich stärker das Gegenüber.

Teilweise können die Menschen gar nicht reden, es sind gewisse Hemmungen da. Chatten ist einfacher.“

Die Chat-Zahlen sind nach Angaben Schumachers von 7000 im Jahr 2013 auf 10 000 im vergangenen Jahr gestiegen. In Mails schrieben sich Menschen „etwas vonder Seele“.

OZ

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