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Creative Commons: Gleiches Recht für alle

Creative Commons: Gleiches Recht für alle

In Zeiten des Internets wirkt nationales Urheberrecht überholt / Einen Gegenentwurf verspricht Creative Commons

„Dieses Video ist in Ihrem Land nicht verfügbar. Das tut uns leid.“ Dieser Satz war in den letzten Jahren für deutsche Besucher der Videoplattform Youtube, die urheberrechtlich geschützte Videos aufrufen wollten, prägend. Sie waren auf breiter Bank regelrecht ausgesperrt. Hintergrund war der jahrelange Streit um Rechte und Lizenzgebühren, den Youtube und die Musikrechteverwertungsgesellschaft Gema geführt hatten.

Darüber können Künstler, die Creative Commons (CC) nutzen, nur lächeln. Ihre Werke wurden nie von Sperren bedroht, da sie keine Gema-Mitglieder sind. Creative Commons, was so viel wie schöpferisches Gemeingut bedeutet, ist eine gemeinnützige Organisation, die seit 2001 einfache und international anwendbare Lizenzverträge für Urheberrechte anbietet. Kreative sollen so auf einfache Weise ihre Werke schützen und gleichzeitig jedem Interessierten zugänglich machen können.

Markus Beckedahl, Chefredakteur von „Netzpolitik.org“, erklärt die Idee hinter dem Konzept: „Beim gesetzlichen Standardschutz gilt die Regel „Alle Rechte vorbehalten.“ Ob ein Werk genutzt werden darf, muss einzeln verhandelt werden. Das sei für kleinere Kreative kaum realisierbar. In Zeiten digitaler Medien, in denen ein schneller Austausch einer unüberschaubaren Zahl von Werken möglich ist, wirke das traditionelle Urheberrecht für viele Kreative zunehmend hinderlich, sagt Beckedahl, der auch bei Creative Commons Deutschland mitarbeitet. „CC helfen den Urhebern dabei, einfach und rechtlich gesichert zu definieren, was mit ihren Werken geschehen darf – und was nicht.“

Um Creative Commons zu einer praktikablen Lizenz für wirklich jedermann zu machen, mussten die Erfinder eine einfache Lösung entwickeln. David Pachali vom Urheberrechtsportal „iRights.info“ erklärt, wie sich das Lizenzpaket zusammensetzt. „CC funktioniert nach dem Baukastenprinzip. Es gibt sechs Bausteine, aus denen sich vier verschiedene Lizenzierungsverträge zusammenstellen lassen.“ Zur einfachen Erkennung werden die Bausteine mit Kürzeln versehen, die aneinandergereiht werden. Die Kürzel stehen immer direkt auf, am oder beim Werk, so dass die CC-Lizenz sofort ersichtlich ist und die Bedingungen der Verwendung eindeutig sind.

Am Anfang einer jeden Lizenz steht immer das Kürzel CC, um anzuzeigen, dass es sich um eine Creative-Commons-Lizenz handelt. Auch das Kürzel BY ist Bestandteil fast jedes Lizenzpakets. Es steht für die Namensnennung des Urhebers. Dieser muss also immer genannt werden, wenn sein Werk verwendet wird.

Benjamin Krüger

OZ

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